Ein Kurs, der sich innerhalb eines Monats mehr als verdoppelt hat. Bei T1 Energy treffen gerade Short-Seller, Hedgefonds und ein Insider-Verkauf aufeinander — und die Aktie steht trotzdem auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 9,70 Euro.
Roth Capital stoppt den Absturz
Auslöser der jüngsten Rallye war eine Short-Selling-Attacke Anfang Mai, die den Kurs unter Druck gesetzt hatte. Angreifer hatten die Steuerkreditberechtigung des Unternehmens und dessen IP-Struktur im Bereich der Solarfertigung in Frage gestellt. Roth Capital hielt dagegen: Die Analysten bekräftigten ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 10,00 Dollar und wiesen die Vorwürfe öffentlich zurück.
Das reichte für einen klassischen Momentum-Squeeze. Mit einem Short-Interest von über 27 Prozent des Streubesitzes war der Zündstoff vorhanden — am 26. Mai stieg die Aktie intraday auf 10,05 Dollar, ein Plus von mehr als 24 Prozent an einem einzigen Handelstag.
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Hedgefonds kauft, Trina Solar verkauft
Während der Kurs anzog, liefen gegenläufige Kräfte im Aktionariat. Der Hedgefonds Situational Awareness LP meldete eine neue Position von zehn Millionen Aktien im Wert von rund 43,9 Millionen Dollar — ein klares institutionelles Bekenntnis zum Unternehmen.
Auf der anderen Seite trennte sich Trina Solar (Schweiz) AG von 22,5 Millionen Aktien zu Preisen zwischen 7,74 und 9,43 Dollar je Aktie. Der Markt hat dieses Angebot offenbar absorbiert. Trina Solar hält nach den Transaktionen weiterhin direkt mehr als 30 Millionen Stammaktien.
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Umsatz steigt, Verlust schrumpft
Operativ liefert T1 Energy Fortschritte. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 177,6 Millionen Dollar — ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr, getragen von der Produktion im Werk G1_Dallas. Der Nettoverlust lag bei rund 20,4 Millionen Dollar, hat sich aber gegenüber früheren Perioden spürbar verringert.
Für den Rest des Jahres stehen zwei Vorhaben im Mittelpunkt: Für das Werk G2_Austin in Austin sucht das Management im zweiten Quartal ein schuldenbasiertes Finanzierungspaket über 225 Millionen Dollar für die verbleibenden Investitionen der ersten Bauphase. Die Erstproduktion von Solarzellen ist dort für das vierte Quartal 2026 geplant — und die Nachfrage für die Produktionsjahre 2027 und 2028 übersteigt bereits heute die geplante Kapazität vollständig.
Technisch überkauft, fundamental im Aufbau
Die Aktie notiert weit über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 5,19 Euro und markiert heute ihr 52-Wochen-Hoch. Binnen 30 Tagen hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Die Marke von 10,00 Dollar gilt nach dem Durchbruch nun als potenzielles Unterstützungsniveau — ob sie sich als solches etabliert, hängt maßgeblich davon ab, ob die G2_Austin-Finanzierung im zweiten Quartal gelingt.
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