T1 Energy darf trotz der neuen Zollregeln weiter Solarzellen importieren. Das US-Handelsministerium hat dem Modulhersteller eine Ausnahme von der Section-232-Regelung für Polysilizium erteilt. Damit bleibt die Produktion in Texas gesichert, während die eigene Zellfertigung noch im Bau ist.
Was die Ausnahme erlaubt
Die Genehmigung gilt für den Import von bis zu 1,725 Gigawatt Solarzellen. Diese braucht T1 für das Modulwerk G1_Dallas, um bestehende und erwartete Kundenaufträge zu bedienen. Die Ausnahme ist zeitlich begrenzt und soll die Lücke überbrücken, bis die eigene Zellproduktion läuft.
Hintergrund ist die Proklamation der US-Regierung vom August. Sie soll Dumping und Preismanipulation bei importiertem Polysilizium und daraus gefertigten Solarprodukten eindämmen. T1 unterstützt die Maßnahme ausdrücklich. CEO Dan Barcelo erklärt, seit der Proklamation sei die Nachfrage nach heimischen Zellen und Modulen spürbar gestiegen.
Zellfabrik im Bau
Die erste Ausbaustufe der Zellfabrik G2_Austin in Rockdale, Texas, soll 2,1 Gigawatt Kapazität liefern. Erste Zellen erwartet das Unternehmen im ersten Quartal 2027. Die Finanzierung der restlichen Investitionen ist allerdings noch nicht abschließend gesichert. T1 selbst nennt das als Risiko.
Die Kapitalseite bleibt der wunde Punkt. Der Kurs notierte zuletzt nahe seinem Jahrestief um 2,40 Dollar. Der freie Cashflow ist deutlich negativ, die Schuldenlast liegt bei knapp 780 Millionen Dollar.
Evervolt-Zahlung weiter aufgeschoben
Parallel dazu verschiebt T1 erneut Aktien an Evervolt. Für die dritte Tranche des Kaufpreises für geistiges Eigentum, fällig am 15. Oktober und mit 30 Millionen Dollar bewertet, sollten knapp 10 Millionen Aktien ausgegeben werden. Die Ausgabe ist aufgeschoben, weil Evervolt nicht mehr als 4,99 Prozent der Anteile halten darf.
Schon bei der zweiten Tranche über 25 Millionen Dollar griff diese Grenze. Insgesamt beträgt der Kaufpreis 133 Millionen Dollar, verteilt auf vier Tranchen, die in bar, in Aktien oder gemischt beglichen werden können. Die Aktien werden unregistriert ausgegeben.
Die Zellfabrik in Rockdale mit dem Produktionsstart im ersten Quartal 2027 bleibt der nächste greifbare Meilenstein. Bis dahin sichert die Importausnahme die Auslastung in Dallas.
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