Der US-Solarkonzern First Solar hat seine Patentbeschwerde vor der US-Handelskommission ITC gegen Konkurrenten zurückgezogen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch berichtete, betrifft der Schritt auch T1 Energy.

Ausgestanden ist die juristische Auseinandersetzung für die Beteiligten damit allerdings nicht. First Solar kündigte an, die Patentklagen vor Bundesgerichten gegen Rivalen fortzusetzen. T1 Energy erklärte seinerseits, sich gegen die Vorwürfe zur Wehr zu setzen.

Zivilgerichte übernehmen die Patentprüfung

Mit dem Rückzug bei der Handelsbehörde verlagert sich das Verfahren vollständig auf die US-Bundesgerichte. Streitigkeiten um gewerbliche Schutzrechte gehören im Solarsektor seit Jahren zu den wiederkehrenden Belastungsfaktoren für Hersteller. First Solar macht bestehende Patente geltend, während T1 Energy den Anschuldigungen vor Gericht entgegentreten will.

Die T1-Energy-Aktie notiert vorbörslich bei 3,76 Euro und verzeichnet damit ein Plus von 3,3 Prozent zum Schlusskurs des vorangegangenen Freitags. Trotz der kurzfristigen Stabilisierung liegt der Wert mit rund 12 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4,27 Euro.

Zurückhaltende Einstufungen durch Analysten

Auch vonseiten der Wall Street gab es zuletzt neue Signale für das Unternehmen. Am 17. September nahm Vertical Research die Einstufung von T1 Energy mit der Bewertung „Hold“ auf und setzte ein Kursziel von $5.00 fest. Wenige Tage zuvor, am 14. September, hatte bereits JPMorgan Chase & Co. die Beobachtung des Papiers begonnen. Die dortigen Experten vergaben die Einstufung „Neutral“ und nannten ebenfalls ein Kursziel von $5.00.

Beide Häuser signalisieren damit eine abwartende Haltung gegenüber den operativen und rechtlichen Aussichten des Unternehmens. Die Kursziele liegen zwar über dem aktuellen Handelsniveau, spiegeln jedoch keine uneingeschränkte Kaufempfehlung wider.

Operative Entwicklung im zweiten Quartal

Operativ hatte T1 Energy am 12. August seine Bilanz für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Das Unternehmen wies einen Quartalsumsatz von $250,13 Millionen aus. Der Verlust je Aktie belief sich auf $0,09. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als die Konsensschätzung der Analysten, die im Vorfeld von einem Quartalsverlust in Höhe von $0,13 je Anteilsschein ausgegangen war.

Die kommenden Monate dürften nun maßgeblich davon abhängen, wie sich der anhängige Rechtsstreit an den US-Bundesgerichten entwickelt und ob T1 Energy die Verteidigung gegen die Schutzrechtsvorwürfe erfolgreich gestalten kann.