Mieten steigen viermal schneller als die Löhne. In deutschen Großstädten klafft die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten immer weiter auseinander. Das definiert das Umfeld für Bestandshalter wie TAG Immobilien.
In Hamburg kletterten die Angebotsmieten binnen drei Jahren um 20,2 Prozent. Die Reallöhne stiegen im selben Zeitraum lediglich um 5,1 Prozent. Der Grund liegt vor allem im stockenden Wohnungsbau.
Im Jahr 2025 wurden bundesweit rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Politische Ziele rücken damit in weite Ferne.
An TAG-Standorten wie Dresden ziehen die Preise ebenfalls an. Dort stiegen die Mieten um 18 Prozent auf 9,49 Euro pro Quadratmeter. In Frankfurt am Main betrug das Plus 17,7 Prozent.
Vermieter gewinnen an Kontrolle
Rückendeckung erhält die Branche durch ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs. Mieter dürfen Wohnungen nicht mit Gewinnerzielungsabsicht untervermieten. Der BGH schiebt gewinnorientierten Modellen damit einen Riegel vor.
Vermieter können solche Untervermietungen künftig unterbinden. Das stärkt die Position der Bestandshalter bei der Kontrolle ihrer Liegenschaften. Marktbeobachter bewerten dies als wichtiges Signal für die Rechtssicherheit.
Chartbild im Fokus
Die Aktie gibt am Mittwoch leicht nach. Das Papier notiert bei 13,96 Euro und verliert 1,48 Prozent. Damit bewegt sich der Kurs knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
Seit Jahresbeginn weist der Titel dennoch eine positive Performance auf. Das Plus beläuft sich auf 6,65 Prozent. Die Investmentbank JPMorgan bleibt für den Sektor optimistisch.
Die Analysten bestätigten für den Wettbewerber Vonovia ein „Overweight“-Rating. Das Kursziel liegt dort bei 34,50 Euro. Bei LEG Immobilien sorgten zuletzt Management-Transaktionen für Bewegung.
Die Volatilität der TAG-Aktie bleibt mit annualisierten 31,91 Prozent vergleichsweise hoch. Anleger warten nun auf die Berichte zum Halbjahr. Diese liefern wichtige Daten zur Portfoliobewertung und zum Fortschritt beim Abbau der Verschuldung. Ein nachhaltiger Sprung über die 14-Euro-Marke könnte die technische Lage stabilisieren.
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