Mitsubishi Chemical will von Talga Group kaufen. Die beiden Unternehmen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Es geht um Anoden-Materialien für Hybrid-Auto-Batterien.

Der Deal hat eine klare politische Botschaft: Die Materialien müssen „FEOC-frei“ sein – also von keinem „Foreign Entity of Concern“ stammen. Hinzu kommt: niedriger CO2-Fußabdruck. Japanische Autobauer suchen händeringend nach Lieferanten außerhalb Chinas. Talga aus Schweden passt in dieses Bild.

Fahrplan bis Jahresende

Die Vereinbarung ist noch nicht bindend. Aber der Zeitplan steht. Bis September 2026 wollen beide Seiten die Konditionen für eine Liefervereinbarung festlegen. Gelingt die Qualifikation der Materialien, soll im Dezember 2026 ein Dreijahresvertrag unterschrieben werden.

Das Tempo ist ambitioniert. Kein Wunder. Der Druck auf westliche Batteriehersteller wächst. Wer keine China-freien Lieferketten vorweisen kann, verliert den Zugang zu Subventionen und wichtigen Märkten.

Erste Lieferungen laufen bereits

Parallel zum Mitsubishi-Deal hat Talga die kommerzielle Produktion hochgefahren. Erste Lieferungen von Talnode-C gehen an den Batterie-Spezialisten Nyobolt. Ein bindender Abnahmevertrag über 3000 Tonnen über vier Jahre liegt vor.

Die erste Charge: knapp 4000 Kilogramm aus der Demonstrationsanlage im schwedischen LuleÃ¥. Analysten von Euroz Hartleys bewerten den Schritt als „wichtigen Meilenstein“. Sie bleiben bei „Kaufen“ mit einem Kursziel von 1,00 Australischen Dollar.

Kurs: Erholung aus dem Tief

Die Talga-Aktie notiert aktuell bei 0,18 Euro. Das sind 0,23 Prozent mehr als am Freitag. In den vergangenen sieben Tagen legte der Kurs um rund 48 Prozent zu.

Der Grund: deutliche Erholung vom 52-Wochen-Tief bei 0,12 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde. Der Jahrestrend zeigt weiter nach unten – minus 18 Prozent seit Januar. Vom Höchststand bei 0,31 Euro aus dem Oktober 2025 bleibt die Aktie rund 42 Prozent entfernt.

Die Bewertung des Unternehmens liegt bei umgerechnet etwa 143 Millionen Australischen Dollar. Entscheidend für den weiteren Weg: Talga muss seine schwedische Produktion hochfahren und langfristige Abnahmeverträge unter Dach und Fach bringen. Der Rahmen mit Mitsubishi Chemical ist ein Schritt in diese Richtung. Der Vertragsabschluss soll bis Ende 2026 folgen.