Tempus AI erlebt einen guten Tag. Die Aktie des KI-gestützten Präzisionsmedizin-Spezialisten legt am Mittwoch um gut sieben Prozent zu und notiert bei 45,20 Euro.
Auslöser ist eine Publikation der Tochtergesellschaft Ambry Genetics. Deren ExomeReveal-Test kann laut einer Studie im Fachblatt Genetics in Medicine Open die Diagnosegenauigkeit deutlich verbessern. Besonders bei Patienten mit unklaren Genvarianten, sogenannten Variants of Uncertain Significance (VUS), liefert die RNA-Analyse mehr Klarheit. Das Verfahren kombiniert Multiomics-Exom-Sequencing mit KI-gestützter Auswertung.
Technologie als Fundament
Tempus AI verfolgt einen breiten Ansatz. Das Unternehmen verfügt über mehr als 500 Petabyte an Daten aus über 45 Millionen Patientenpfaden. Auf dieser Basis entwickelt es KI-Lösungen für Ärzte und forscht an neuen Medikamenten.
Die Ambry-Studie ist nicht die einzige positive Nachricht. Erst vor wenigen Tagen gründete Tempus AI mit dem Yale New Haven Hospital und dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center ein Open-Source-Konsortium für digitale Pathologie. Der Konzern steuert sein Paige Image Management System bei. CEO Eric Lefkofsky sprach zudem auf der Goldman-Sachs-Konferenz im Juni über die strategische Ausrichtung.
Kurs im langfristigen Tief
Die aktuelle Erholung relativiert sich mit Blick auf die Vergangenheit. Mit 45,20 Euro liegt die Aktie rund 49 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 89 Euro aus dem Oktober 2025. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von knapp 56 Euro beträgt minus 19 Prozent.
Der RSI von 56 signalisiert weder Überkauftheit noch Überverkauf. Die annualisierte Volatilität von 77 Prozent zeigt: Das Papier bleibt ein High-Risk-Play.
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