Ein 20-Jahres-Leasingvertrag über 401 Megawatt IT-Last – das klingt nach einem Durchbruch. Der KI-Infrastrukturanbieter Terawulf sichert sich mit Anthropic einen Großkunden für sein Justified-Data-Center in Kentucky. Der Vertrag soll über die Laufzeit rund 19 Milliarden Dollar Umsatz generieren. Die ersten Kapazitäten gehen im zweiten Halbjahr 2027 ans Netz, die volle Ausbaustufe ist für Anfang 2028 geplant.
Doch der Markt reagierte anders als erwartet. Die Aktie fiel am Dienstag um 8,44 Prozent auf 17,80 Euro. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort: Auf Wochensicht verliert das Papier 17,63 Prozent, innerhalb eines Monats 20,61 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 25,96 Euro vom 22. Juni ist damit 31,45 Prozent entfernt.
Verkauf des Joint Ventures
Parallel zum Anthropic-Deal trennt sich Terawulf von seiner Mehrheitsbeteiligung am Abernathy Joint Venture. Ein Investorenkreis um den bisherigen Partner Fluidstack übernimmt die 50,1-Prozent-Beteiligung. Terawulf hatte dort rund 450 Millionen Dollar investiert – der Verkauf erfolgt zu einem Aufschlag.
Das Geld soll in eigene KI-Infrastrukturprojekte fließen. Die Botschaft ist klar: Terawulf setzt auf direkte Kontrolle und vollständiges Eigentum an seinen Rechenzentren. Das Abernathy-Projekt in Texas mit 168 MW IT-Last hatte das Unternehmen erst 2025 gestartet.
Langfristig starke Performance
Trotz der jüngsten Kursverluste: Auf Jahressicht steht Terawulf blendend da. Seit Jahresbeginn legte die Aktie 63,27 Prozent zu, auf Zwölfmonatssicht sogar 336,18 Prozent. Der RSI von 34 signalisiert derzeit leichte Unterkühlung – die Aktie ist technisch gesehen nicht überkauft.
Mit 50,1 Prozent Kapazität unter Vertrag durch einen investment-grade-fähigen Mieter wie Anthropic hat sich Terawulf eine stabile Einnahmequelle für zwei Jahrzehnte gesichert. Die Kombination aus langfristigem Leasingvertrag und dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung stärkt die Bilanz. Der Weg vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturbetreiber ist konsequent – die Marktstimmung bleibt dennoch angespannt.
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