Tesla muss die Karten auf den Tisch legen. Bisher unter Verschluss gehaltene Unfallberichte aus Texas zeigen Schwachstellen der Robotaxi-Flotte. Während die Aktie im Monatsvergleich deutlich zulegt, wirft die neue Transparenz Fragen zur Zuverlässigkeit der Fernsteuerung auf.

Kollisionen unter Fernsteuerung

Tesla veröffentlichte 17 Berichte über Unfälle in Austin. Der Zeitraum umfasst Juli 2025 bis März 2026. Die Liste führt 13 Sachschäden und eine Krankenhauseinweisung auf.

In mehreren Fällen steuerten Teleoperatoren die Fahrzeuge gegen Zäune oder Baustellenabsperrungen. Das geschah meist bei niedrigen Geschwindigkeiten. Tesla wollte diese Details ursprünglich aus Sorge vor finanziellen Folgen geheim halten.

Härtetest in Kanada

Parallel dazu startete in Kanada ein Härtetest über 3.700 Meilen von Vancouver nach Neuschottland. Die Software-Version 14.3.3 soll die gesamte Strecke autonom bewältigen. Beobachtungen aus dem Realbetrieb zeigen neue Fähigkeiten des Systems.

Die Software erkennt nun Polizeifahrzeuge am Straßenrand proaktiv. In solchen Situationen passt das System die Geschwindigkeit an oder wechselt selbstständig die Spur. Tesla setzt damit weiterhin konsequent auf ein rein kamerabasiertes System ohne Laser-Sensoren.

Konkurrenzdruck und Kursplus

An der Börse notiert das Papier aktuell bei 371,70 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 16 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage. Damit nähert sich der Kurs wieder dem 52-Wochen-Hoch von knapp 417 Euro an.

Der Wettbewerb kämpft indes mit ähnlichen Problemen. Waymo musste zuletzt den Betrieb wetterbedingt pausieren und Software-Rückrufe einleiten. Tesla muss nun beweisen, dass die menschliche Fernsteuerung kein systemisches Risiko darstellt. Das Erreichen der kanadischen Ostküste ohne Eingriff wäre ein wichtiges Signal für die technologische Reife.