Teslas KI-Trainer vertrauen der eigenen Software nicht — das ist eine bemerkenswerte Aussage. Mitarbeiter, die tagtäglich das Full-Self-Driving-System trainieren, erklärten, sie würden nie in ein unbemanntes Robotaxi steigen. Das wirft Fragen auf, die über PR-Kommunikation hinausgehen.
Zweifel von innen
Tesla hatte 2025 wiederholt behauptet, FSD sei zehnmal sicherer als menschliche Fahrer. Externe Experten bezweifeln diese Einschätzung — und nun gesellen sich interne Stimmen dazu. KI-Trainer, die das System täglich mit Daten und Korrekturen füttern, kennen die Schwachstellen genau. Ihre Skepsis gegenüber dem Robotaxi-Einsatz ist kein Randphänomen, sondern ein Signal.
Für Tesla ist das Timing heikel. Das Unternehmen hat den Robotaxi-Betrieb als zentrales Wachstumsversprechen positioniert. Wenn die eigenen Entwickler das Vertrauen öffentlich verweigern, untergräbt das die Glaubwürdigkeit dieser These.
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Graphit-Streit vorerst entschärft
Parallel läuft eine andere Baustelle auf eine vorläufige Lösung zu. Im Streit um den Graphit-Liefervertrag mit dem australischen Minenbetreiber Syrah Resources zieht Tesla seine Kündigungsabsicht zurück. Tesla erkennt an, dass Syrah konforme Proben des aktiven Anodenmaterials produziert hat.
Der Konflikt schwelte seit Juli 2025: Tesla hatte Syrah damals mit einer Verzugsmitteilung belegt, weil Proben aus der Vidalia-Anlage in Louisiana qualitative Mängel aufgewiesen haben sollen. Vier Mal verlängerten beide Seiten die Frist zur Beilegung — heute, am 1. Juni, lief die letzte Frist ab.
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Die Einigung ist allerdings keine vollständige Entwarnung. Tesla behält sich das Recht vor, den Vertrag zu kündigen, sollte die finale Qualifizierung des Anodenmaterials scheitern. Der 2021 geschlossene Vertrag sieht die Lieferung von 8.000 Tonnen Graphit-Anodenmaterial über vier Jahre vor — aus der einzigen vertikal integrierten Großproduktionsanlage außerhalb Chinas.
Für Tesla bedeutet das strategisch mehr als ein Zulieferer-Detail. Die Abhängigkeit von chinesischen Graphitlieferungen ist ein strukturelles Risiko in der Batterieversorgung. Bleibt die Vidalia-Anlage im Spiel, stärkt das die Lieferkette — vorausgesetzt, die Qualitätsprobleme sind tatsächlich behoben.
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