Tesla schließt die Handelswoche mit einer leichten Erholung ab. Der Aktienkurs notiert am Donnerstag bei 332,75 Euro, ein Plus von 0,65 Prozent. Die Erleichterung ist verhalten. Auf Wochensicht steht ein Minus von fast fünf Prozent. Und das aus gutem Grund: Der Kurssturz von SpaceX befeuert Spekulationen über eine radikale Neuordnung von Elon Musks Firmenimperium.
SpaceX-Kurssturz als Katalysator
SpaceX war im Juni 2026 an die Börse gegangen. Der Start verlief spektakulär. Nach einem Kurs von 135 Dollar zum IPO kletterte die Aktie auf ein Allzeithoch von 225,64 Dollar. Dann kam der Absturz: 32 Prozent Verlust vom Höchststand. Am 22. Juni verlor SpaceX an einem einzigen Tag 16,4 Prozent und schloss bei 154,60 Dollar.
Diese Volatilität könnte Elon Musk zu einem drastischen Schritt treiben. Dan Ives von Wedbush, einer der bekanntesten Tesla-Analysten, sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür. Er beziffert die Chance auf 80 Prozent. Seine Prognose: eine Fusion von Tesla und SpaceX in der ersten Jahreshälfte 2027.
Das Ziel wäre ein geschlossenes Ökosystem für Musks KI-Ambitionen. SpaceX hat bereits xAI übernommen. Die Integration von Elektroautos, Robotik und Raumfahrtinfrastruktur unter einem Dach – das wäre die logische Konsequenz.
Musk sichert sich Kontrolle
Am 17. Juni zog Musk eine weitere Option. Er ließ 304 Millionen Tesla-Aktien zu je 23,34 Dollar ein. Sein Stimmrechtsanteil stieg auf knapp 20 Prozent. Das ist relevant. Musk hat mehrfach betont, dass er 25 Prozent der Stimmrechte braucht, um Teslas Expansion in die Künstliche Intelligenz voranzutreiben.
Die Rede ist von einer Multi-Billionen-Dollar-Strategie zur „Artificial General Intelligence“. Teslas Roboterprogramm „Optimus“ würde dann mit den Sprachmodellen von xAI zusammenwachsen.
Großprojekte und Partner
Die industriellen Verflechtungen wachsen parallel. Tesla arbeitet mit SpaceX und Intel an einer Chip-Fabrik in Texas. Das „Terafab“ genannte Werk soll die Hardwarebasis für künftige KI-Rechenzentren liefern.
Am 24. Juni kündigte zudem Sunrun eine Partnerschaft mit Tesla und Renew Home an. Geplant ist ein dezentrales Kraftwerk mit über 16 Gigawatt Leistung. Es soll den gigantischen Energiehunger von KI-Rechenzentren decken. Sunruns Aktie schoss um 20 Prozent nach oben. Bei Tesla blieb die Reaktion verhalten. Die Investoren wägen die langfristigen Kapitalkosten solcher Projekte ab.
Technische Einordnung
Der Tesla-Kurs liegt 21,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 424,10 Euro. Der RSI von 42,2 zeigt eine neutrale bis schwache Tendenz. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 349,27 Euro bleibt außer Reichweite.
Die Analysten sind gespalten. Wedbush hält am Kursziel von 600 Dollar fest – getragen von der Fusionsfantasie. Jefferies dagegen warnt mit einem Ziel von 375 Dollar: Tesla werde zunehmend zum Stellvertreter für SpaceX. Die entscheidende Frage bleibt die operative Entwicklung. Am 10. Juli legt Tesla die Auslieferungszahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten rund 401.120 Fahrzeuge. Das wäre ein Plus von vier Prozent zum Vorjahr.
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