Mit neuen Datensätzen versucht das Adtech-Unternehmen The Trade Desk, seine Relevanz für Werbetreibende im US-Einzelhandel weiter auszubauen. Am Dienstag startete das Marktforschungsunternehmen NIQ das Angebot TDLinx Audiences auf der Plattform von The Trade Desk. Damit stehen Werbekunden in den USA mehr als 270 standardisierte Zielgruppensegmente zur Verfügung, die speziell auf die räumliche Nähe zu Einzelhändlern ausgerichtet sind.

Die Integration soll es Werbekunden ermöglichen, Kampagnen gezielter an lokalen Einkaufsstandorten auszurichten. Ergänzend dazu legte The Trade Desk gestern gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio eine Untersuchung zum anstehenden Einkaufsverhalten im Feiertagsgeschäft vor.

Der Erhebung zufolge beginnen zwei von fünf Konsumenten bereits vor dem Aktionstag Black Friday mit der Suche nach Feiertagseinkäufen. Für werbetreibende Marken rückt damit die frühzeitige Steuerung digitaler Budgets in den Fokus.

Gegenwind im Adtech-Sektor belastete Kursverlauf

An der Börse spiegeln sich diese operativen Schritte bislang kaum wider. Aktuell notiert das Papier bei 11,13 Euro, was seit Jahresbeginn einem Kursverlust von 66 Prozent entspricht. Am Mittwoch gerieten Adtech-Werte spürbar unter Druck, nachdem ein Research-Haus vor einem stagnierenden Marktanteilswachstum beim Branchenkonkurrenten AppLovin gewarnt hatte.

Die Warnung bezog sich zwar nicht auf The Trade Desk, zog den Sektor jedoch mit nach unten. Medienberichten zufolge sorgten zudem Verkäufe nach der Streichung der Aktie aus dem US-Leitindex S&P 500 für zusätzlichen Abgabedruck.

Zuvor hatte das Unternehmen bereits Schritte zur Fokussierung unternommen: Am 15. September kündigte The Trade Desk erweiterte Integrationen mit Veeva Crossix und IQVIA Digital an, um Kampagnenmessung und Optimierungseinblicke für Werbekunden aus dem Pharmabereich zu vertiefen.

Guggenheim hebt Kursziel nach Sparmaßnahmen an

Auf der Kostenseite reagierte das Analysehaus Guggenheim am 18. September auf die jüngste Unternehmensentwicklung. Analyst Michael Morris hob das Kursziel für The Trade Desk von $12 auf $13 an und beließ die Einstufung auf Neutral.

In seiner Bewertung berücksichtigte das Analysehaus verbesserte Aussichten für das Kostenmanagement infolge des vor rund zwei Wochen vermeldeten Abbaus von 15 Prozent der Belegschaft. Morris prognostizierte für die nahe Zukunft zugleich ein bereinigtes EBITDA unterhalb der Konsensschätzungen.

Für die Unternehmensführung bleibt die Trendwende indessen an klare Bedingungen geknüpft. Am 14. September bewilligte das Board of Directors von The Trade Desk ein aktienbasiertes Vergütungspaket für CEO Jeff Green.

Die Zuteilung dieser Aktienoptionen ist an das Erreichen definierter Kursmarken in einer Spanne von $18.00 bis $105.00 je Aktie sowie weitere Kriterien gebunden. Mit einem aktuellen Kursniveau von 11,13 Euro liegt das Papier noch weit von diesen Zielzonen entfernt.