Thyssenkrupp liefert ein Quartal, das nicht ganz zur schwachen Industriekonjunktur passt. Der Umsatz sinkt leicht, das operative Ergebnis springt kräftig an. Ausgerechnet die oft kritisierte Stahlsparte trägt den größten Teil dazu bei.
Die Aktie reagiert am Mittwoch mit einem Plus von 4,23 Prozent auf 10,41 Euro. Auf Wochensicht bleibt aber ein Minus von 6,55 Prozent stehen.
Sparprogramm zeigt Wirkung
Im zweiten Quartal erzielte Thyssenkrupp ein bereinigtes EBIT von 198 Millionen Euro. Das sind 179 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Analysten hatten nur mit 167 Millionen Euro gerechnet.
Der Hebel kam vor allem aus den Kosten. Das Sparprogramm APEX greift sichtbar, dazu kamen niedrigere Rohstoff- und Energiekosten. Auch bei den Personalkosten zeigten die laufenden Maßnahmen erste Wirkung.
Steel Europe lieferte den größten Ergebnisbeitrag. Das ist bemerkenswert, weil das Preisniveau im Stahlgeschäft weiter unter Druck steht. Der Konzern profitierte hier stärker von Kostenkontrolle und Effizienz als er durch schwache Erlöse verlor.
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Die Umsatzseite bleibt der Schwachpunkt. Die Erlöse sanken um 2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte dagegen auf 10,6 Milliarden Euro zu.
Automotive bremst weiter
Nicht alle Sparten liefen rund. Material Services profitierte vom Nordamerika-Geschäft und vom internationalen Handel. Das Automotive-Geschäft litt dagegen unter schwacher Nachfrage.
Das macht die Qualität des Quartals gemischt. Operativ läuft der Umbau besser als erwartet, aber der Konzern wächst nicht aus eigener Kraft. Die Verbesserung entsteht vor allem über Kosten, Produktivität und weniger Gegenwind bei Energie und Rohstoffen.
Thyssenkrupp hält am Ziel für das bereinigte EBIT fest. Die Spanne liegt weiter bei 500 bis 900 Millionen Euro. CFO Hamann sieht den Konzern dabei am oberen Ende dieser Bandbreite.
Bei den Erlösen wird das Management vorsichtiger. Die Umsatzprognose liegt nun zwischen minus 3 Prozent und stabil. Gründe sind unter anderem spätere Umsätze bei Decarbon Technologies und ein anderer Produktmix bei Steel Europe.
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Verlust bleibt ein Thema
Unter dem Strich stand ein Verlust von 11 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte ein Sonderertrag von 270 Millionen Euro den Gewinn auf 167 Millionen Euro gehoben. Dieser Effekt fehlt nun.
Belastend bleiben die Restrukturierungskosten im Stahlbereich. Dort setzt Thyssenkrupp einen deutlichen Abbau von Personal und Kapazitäten um. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern weiter mit einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro.
Rückenwind kommt aus dem Rüstungsgeschäft. Marine Systems verzeichnet laut CFO Hamann einen Auftragsbestand von 20 Milliarden Euro. CEO Lopez treibt daneben den Umbau zur Finanzholding im Rahmen der ACES-2030-Strategie voran.
JPMorgan hob das Kursziel nach den Zahlen von 10,10 auf 11,80 Euro an. Die Einstufung bleibt bei „Neutral“. Die Bank begründet den Schritt mit einer höheren Bewertung der Beteiligung an TK Elevator.
Für die Aktie bleibt damit ein klarer Zwiespalt. Der Kurs liegt bereits deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,88 Euro, die operative Erholung ist aber stärker als erwartet. Der nächste Prüfstein ist, ob Thyssenkrupp die Kostenfortschritte halten kann, während Umsatz und Stahlpreise weiter Druck machen.
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