Vier Kriegsschiffe, 6,3 Milliarden Euro, ein Konzern im Umbau. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 8. Juli den Bau von vier U-Jagd-Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU genehmigt. Für Thyssenkrupp Marine Systems ist das der größte Überwasser-Auftrag der Firmengeschichte.
Der größte Auftrag der Firmengeschichte
Der Beschluss sieht die feste Bestellung von vier Fregatten vor. Eine Option auf vier weitere Schiffe kommt hinzu, mit einem geschätzten Wert von rund 5,3 Milliarden Euro. Diese Option braucht aber noch eine eigene parlamentarische Genehmigung.
Die erste Fregatte soll 2029 an die Deutsche Marine gehen. TKMS-Chef Oliver Burkhard nannte den Auftrag den größten Überwasser-Deal in der Unternehmensgeschichte. Er betonte zudem die Dringlichkeit angesichts der aktuellen Sicherheitslage.
Die Kosten sind gegenüber der ursprünglichen Planung um etwa 70 Prozent gestiegen. Das Verteidigungsministerium muss künftig jede weitere Kostensteigerung sofort dem Haushaltsausschuss melden. Der Weg zur Vertragsunterzeichnung ist damit trotzdem frei.
Was der Deal für den Konzernumbau bedeutet
TKMS will sich seit Jahren eigenständiger positionieren. Ein Auftrag dieser Größe dürfte den Wert der Sparte in laufenden Gesprächen mit Investoren und dem Bund deutlich steigern.
Thyssenkrupp baut den Konzern seit einiger Zeit zu einer flexibleren Holding-Struktur um. Einzelne Geschäftsbereiche werden verselbstständigt oder gezielt gestärkt. Der Fregattenauftrag passt genau in diese Strategie.
Die Aktie reagiert entsprechend. Sie notiert aktuell bei 11,60 Euro, ein Plus von 2,38 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 10,48 Prozent zu Buche, seit Jahresanfang sind es fast 20 Prozent.
Der Kurs liegt noch rund 12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro vom Oktober 2025. Zum 52-Wochen-Tief von 7,10 Euro im März 2026 beträgt der Abstand dagegen über 63 Prozent. Die Erholung der Aktie zeigt sich auch im Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: Der liegt bei plus 16,41 Prozent.
Ausblick für TKMS
Der Fregattenauftrag gibt TKMS eine solide Basis für die kommenden Jahre. Die Marinesparte stärkt damit ihre Position in einem globalen Markt, in dem Verteidigungssysteme zunehmend gefragt sind.
Für den Gesamtkonzern ist der Erfolg ein Signal: Die Transformation zeigt Wirkung, einzelne Sparten können eigenständig am Markt bestehen. Die nächste Hürde folgt bereits mit der geplanten Option auf vier weitere Fregatten. Sie braucht eine separate Entscheidung des Haushaltsausschusses.
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