Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp hat der Abspaltung des Wasserstoff- und Anlagenbau-Geschäfts unter dem Namen tk-accelis zugestimmt. Das Gremium hatte den Beschluss bereits Mitte Juni gefasst, wie das Unternehmen mitteilte. Über die Transaktion sollen die Aktionäre am 7. August final entscheiden. Damit rückt einer der zentralen Bausteine im Konzernumbau von Thyssenkrupp in seine entscheidende Phase.

Aufsichtsrat billigt tk-accelis-Abspaltung

Mit tk-accelis bündelt Thyssenkrupp Aktivitäten außerhalb des klassischen Stahl- und Marinegeschäfts. Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für die Ausgliederung gegeben, die formale Zustimmung der Hauptversammlung steht noch aus. Der Termin Anfang August markiert damit den nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Spin-offs, mit dem der Konzern seine Struktur weiter entflechten will.

TKMS sichert sich 800-Millionen-Auftrag von Saab

Parallel zur Konzernumbau-Nachricht meldete die Marinesparte TKMS einen Großauftrag des schwedischen Rüstungskonzerns Saab im Volumen von rund 800 Millionen Euro. Der Auftrag reiht sich in eine Phase ein, in der europäische Rüstungs- und Marinebauer von steigenden Verteidigungsbudgets profitieren – ein Umfeld, in dem auch andere Werftkonzerne wie der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg zuletzt einen Rekord-Auftragsbestand von 158 Milliarden norwegischen Kronen vermeldeten. Für TKMS unterstreicht der Saab-Auftrag die Nachfrage nach maritimer Verteidigungstechnik, von der die Sparte als eigenständiger Wachstumsträger innerhalb des Thyssenkrupp-Konzerns profitiert.

Aktie mit deutlichem Kursplus seit Jahresbeginn

An der Börse schlagen sich die strukturellen Fortschritte in einer spürbaren Kurserholung nieder. Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Freitag bei 11,82 Euro und liegt seit Jahresbeginn mit 27,45 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro, das der Titel Anfang Oktober 2025 markierte, fehlen der Aktie aktuell noch rund 10,8 Prozent – Spielraum, den Anleger angesichts der laufenden Restrukturierung und der Aufträge im Marinegeschäft im Blick behalten dürften.

Der bevorstehende Aktionärsentscheid Anfang August gilt als nächster Prüfstein für die Story. Gelingt die Abspaltung von tk-accelis wie geplant, dürfte sich der Konzern stärker auf sein Kerngeschäft in Stahl und Marine fokussieren können, während die neue Einheit eigenständig um Kapital und Investoren werben kann. Der Großauftrag für TKMS liefert dabei ein zusätzliches Argument dafür, dass die Marinesparte im aktuellen geopolitischen Umfeld operative Substanz zeigt – ein Faktor, der auch die Bewertungsdiskussion um einen möglichen separaten Kapitalmarktauftritt der Sparte befeuern dürfte.