Thyssenkrupp ändert den Kurs für seine Stahlsparte. Die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel International sind vorerst gestoppt. Statt eines Verkaufs soll nun mittelfristig ein Börsengang von Thyssenkrupp Steel Europe kommen. Das Management sieht die Aussichten für das Stahlgeschäft „besser als seit langem“.
Verkaufspause – IPO rückt näher
Die seit September 2025 laufenden Gespräche mit Jindal wurden einvernehmlich ausgesetzt. CEO Miguel López begründete den Schritt mit verbesserten Marktbedingungen und Fortschritten bei der internen Restrukturierung. Dazu zählt ein kürzlich abgeschlossener Tarifvertrag mit der IG Metall. Zudem profitiert die Sparte von schärferen EU-Handelsschutzmaßnahmen.
Der indische Partner bleibt wohl an Bord – aber nicht mehr als Käufer. López machte klar: Stahl bleibt ein zentraler Bestandteil des Konzerns. Nur die Eigentümerstruktur ändert sich. Ein Börsengang von Thyssenkrupp Steel Europe ist nun das mittelfristige Ziel.
Konzernumbau: Materials Services vor Abspaltung
Parallel treibt Thyssenkrupp die Verselbstständigung der Materialhandelstochter voran. Das Unternehmen erwägt eine außerordentliche Hauptversammlung im Sommer, über die Abspaltung von Materials Services abstimmen zu lassen. Die Sparte erzielte im ersten Halbjahr stabile Umsätze von 5,78 Milliarden Euro.
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Gleichzeitig ist die Marine-Sparte TKMS seit Oktober 2025 ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen. Thyssenkrupp hält dort 51 Prozent. Die Wasserstofftochter nucera ist ebenfalls bereits an der Börse. Der Umbau zu einem schlankeren Konglomerat bleibt das zentrale Thema unter López.
Proteste bei der ehemaligen Aufzugsparte
Rund 500 Beschäftigte von TK Elevator demonstrierten in Düsseldorf gegen einen möglichen Verkauf an den Konkurrenten Kone. Die IG Metall kündigte massiven Widerstand an. Die Arbeitnehmer befürchten einen Stellenabbau und den Verlust industrieller Kompetenzen.
TK Elevator gehört seit 2020 nicht mehr zu Thyssenkrupp. Ein Konsortium aus Advent, Cinven und der RAG-Stiftung hält die Anteile. Kone und das Konsortium haben vereinbart, die beiden Aufzugssparten zusammenzulegen. Eine außerordentliche Hauptversammlung von Kone am 3. Juni soll über die Akquisition entscheiden.
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Herausforderungen für die Stahlbranche
Das Marktumfeld bleibt schwierig. Die europäische Stahlindustrie muss massiv in die Dekarbonisierung investieren – Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen, neue Lieferketten für Legierungsmetalle wie Vanadium. Hinzu kommt die konjunkturelle Schwäche: Die EU-Kommission senkte ihre Wachstumsprognose für Deutschland 2026 auf 0,6 Prozent. Hohe Energiepreise infolge des Iran-Kriegs belasten die Produktion.
Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Donnerstag bei 10,60 Euro – ein Minus von 1,67 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier trotzdem rund elf Prozent im Plus. Mit einem RSI von 87,4 ist die Aktie gemessen am 14-Tage-Durchschnitt technisch überkauft. Das 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro liegt noch rund 20 Prozent entfernt.
Ob sich die IPO-Pläne für die Stahlsparte ohne langwierige Arbeitskämpfe realisieren lassen, bleibt abzuwarten. Die Sommer-Hauptversammlung zur Abspaltung von Materials Services wird ein erster Test für die Transformationsstrategie von CEO López.
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