Ein Bieterinteresse aus Japan gibt der Thyssenkrupp-Aktie Rückenwind. Mitsubishi Electric und Fujitec zeigen Interesse am Europa-Geschäft von TK Elevator, an dem der Essener Konzern weiterhin beteiligt ist. Im frühen Handel auf Tradegate legte das Papier knapp zwei Prozent zu und stand bei 13,965 Euro. Die Marke von 13,50 Euro hatte zuletzt als charttechnische Unterstützung gedient.

Was hinter den Spekulationen steckt

Der Wert der europäischen Aktivitäten könnte bei rund fünf Milliarden Euro liegen. Das geht aus einem Bericht unter Berufung auf informierte Personen hervor. Eine offizielle Bestätigung der Beteiligten liegt nicht vor, es handelt sich bislang um Marktspekulation.

Hintergrund ist der geplante Verkauf von TK Elevator an die finnische Kone. Die Finanzinvestoren Advent und Cinven, denen der Aufzughersteller gehört, wollen das Geschäft dorthin veräußern. Um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen, soll das Europa-Geschäft herausgelöst und an einen anderen Käufer gehen. Genau dort kämen die beiden japanischen Interessenten ins Spiel.

Thyssenkrupp hatte die Mehrheit an TK Elevator 2020 für 17,2 Milliarden Euro an Cinven und Advent verkauft. Ein Restanteil blieb im Konzern. Steigt der Erlös für die europäischen Operationen, könnte das auch den Wert dieser Beteiligung stützen. Wie stark, lässt sich aus den bisher bekannten Informationen nicht beziffern.

tk accelis als nächster Baustein

Parallel dazu rückt ein weiterer Umbauschritt näher. Der Konzern peilt Insidern zufolge den 28. Oktober für die Börsennotierung von tk accelis an, dem Werkstoffhandel. Dabei sollen 49 Prozent des Geschäfts separat gelistet werden. Thyssenkrupp käme damit seinem Ziel näher, vom Konglomerat zur schlankeren Beteiligungsholding zu werden.

Jefferies taxiert den Enterprise Value von tk accelis auf bis zu 3,6 Milliarden Euro. Das Potenzial liegt vor allem in der Profitabilität: Bei einem Umsatz von 11,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25 soll die bereinigte EBITDA-Marge von zuletzt 2 Prozent auf 4 bis 5 Prozent steigen.

Gelingt das, würde die Notierung stille Werte sichtbar machen. Der Eigenkapitalwert läge dann jenseits von 21 Euro je Aktie, rechnen Börsenbeobachter vor.

Der Termin am 28. Oktober ist die nächste feste Marke für die Aktie. Bis dahin dürften Meldungen zu TK Elevator für zusätzliche Bewegung sorgen, sollten die Gespräche mit den japanischen Interessenten konkreter werden.