Thyssenkrupp bereitet seine Stahlsparte auf mehr Eigenständigkeit vor. Damit nimmt der Umbau des Essener Traditionskonzerns weiter konkrete Formen an. Ende Oktober soll nun der Börsengang folgen, so die Erwartung an den Aktienmärkten. Die Börsen haben dies schon eingepreist, jedenfalls zum Teil. Je nach Börsenplatz konnte das Papier gestern noch einen Aufschlag von 4,7 % für sich verbuchen. Die Aktie erreichte ein Niveau von rund 15,40 Euro. Das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht gekommen.
Thyssenkrupp mit gewaltigen Kurszielen
Bis zu 18 Euro lauten derzeit die Schätzungen der Analysten für das Papier aus Duisburg. Dies ist ein enormer Aufschlag gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Notierungen sind vor allem wegen der langfristigen Zerlegung in Einzelteile besser bewertet, aber auch wegen der EU. Die hat nun jüngst Schutzmaßnahmen für Elektrobandstahl in der EU erlassen. Vorläufig, wie es heißt, bis eine Untersuchung abgeschlossen ist.
Ziel des Schutzes ist indes die Konkurrenz aus China, die thyssenkrupp und Co. in der EU aktuell beschäftigt.
Beide Nachrichten haben die Börsianer also gefeiert. Die Chance auf einen echten Ausbruch nach oben bleibt vergleichsweise gut.
Denn an der Börse ist diese Geschichte längst angekommen. Die Aktie hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt.
Für die nächste Phase wird entscheidend, zu welchen Bewertungen einzelne Sparten tatsächlich verselbstständigt werden können. Besonders Stahl bleibt dabei ein komplexes Geschäft mit hohem Kapitalbedarf und erheblicher konjunktureller Abhängigkeit. Ende Oktober kommt mit dem nächsten Börsengang eine neue Antwort. Die Börsen dürfen gespannt sein, die Chance ist nach Analysten-Meinung (s.o.) mit dem Ziel von 18 Euro durchaus groß.
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