Die Thyssenkrupp Aktie hat in sechs Monaten rund 81 % zugelegt. Am Montag verlor sie etwas über 2 %, bleibt aber mir rund 14,90 Euro weiterhin im formalen Aufwärtstrend. Die Notierungen haben aktuell einen Vorsprung von über 21 % auf den GD100. Damit ist auch formal der Aufwärtstrend unverändert intakt.
In wenigen Tagen werden die Finanzmärkte agieren
Der nächste wichtige Termin ist der Kapitalmarkttag am 28. September. Thyssenkrupp will dort erläutern, wie aus dem breit aufgestellten Industriekonzern eine schlankere Beteiligungsholding werden soll.
Besonders groß ist der Klärungsbedarf bei Steel Europe. Gespräche über einen Verkauf an Jindal Steel sind ausgesetzt. Vorstandschef Miguel López dürfte deshalb stärker auf eine eigenständige Zukunft des Stahlgeschäfts eingehen. Zu den diskutierten Möglichkeiten gehört ein teilweiser Börsengang.
Der Konzern besitzt dabei mehr Spielraum als noch vor einigen Quartalen. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte im dritten Geschäftsquartal 183 Millionen Euro und lag damit 28 Millionen über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr erwartet Thyssenkrupp 600 bis 900 Millionen Euro bereinigtes EBIT. Die frühere Prognose hatte lediglich mindestens 500 Millionen vorgesehen.
Auch außerhalb des Stahlgeschäfts schreitet die Neuordnung voran. Die frühere Sparte Materials Services heißt nun tk Accelis und soll stärker verselbstständigt werden.
Citigroup setzte das Kursziel zuletzt auf 20 Euro und empfiehlt die Aktie zum Kauf. Der Durchschnitt von acht Analysten liegt mit 16,38 Euro näher am Börsenkurs.
Diese Differenz zwischen 20 Euro und 16,38 Euro zeigt, dass der Markt den möglichen Wert des Umbaus unterschiedlich einschätzt. Der Kapitalmarkttag kann diese Spanne verkleinern, wenn Thyssenkrupp für Steel Europe, tk Accelis und die künftige Holding belastbare Ergebnisziele vorlegt. Nach einem Plus von 81 % in sechs Monaten braucht die Aktie dafür konkrete Zahlen und nicht nur eine neue Organisationsstruktur.
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