Thyssenkrupp treibt den radikalen Konzernumbau zügig voran. Die Abspaltung der Werkstoffsparte nimmt konkrete Formen an. Das Management will die Tochtergesellschaft unter dem neuen Namen tk accelis an die Börse bringen.

Börsengang im Eiltempo

Der Aufsichtsrat hat den Plänen bereits zugestimmt. Die neue Einheit firmiert künftig als Kommanditgesellschaft auf Aktien. Thyssenkrupp behält nach dem Spin-off vorerst 51 Prozent der Anteile. Das Management strebt die Börsennotierung noch für das laufende Jahr an.

Die Dimensionen der Abspaltung sind enorm. Die Sparte erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro. Analysten taxieren den Wert von tk accelis auf rund 3,5 Milliarden Euro. Die Folge: Die Tochter übertrifft damit die halbe Marktkapitalisierung des gesamten Mutterkonzerns.

Umbau zur Finanzholding

Der Industriegigant wandelt sich schrittweise in eine Finanzholding um. Die einzelnen Geschäftsbereiche sollen künftig eigenverantwortlich agieren. So können sie gezielt spezifische Investoren ansprechen. Die Wahl der Rechtsform KGaA sorgte im Vorfeld allerdings für Diskussionen. Arbeitnehmervertreter befürchten einen Verlust an Mitbestimmung.

An der Börse kommt der strikte Kurs gut an. Die Thyssenkrupp-Aktie notiert aktuell bei 10,79 Euro und verbucht ein leichtes Tagesplus. Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von knapp 12 Prozent auf der Kurstafel. Damit behauptet sich der Wert stabil über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Der nächste Meilenstein rückt schnell näher. Am 7. August stimmen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über den Spin-off ab. Ein positives Votum macht den Weg frei für den geplanten Vollzug Ende August.