Der erfolgreiche Börsengang der Marinesparte TKMS katapultiert Thyssenkrupp in eine neue Dimension. Mit einem Ausgabepreis von 60 Euro und einer Bewertung von 3,8 Milliarden Euro beweist der Konzern: Die strategische Neuaufstellung zeigt Wirkung. Doch kann der Riesen-IPO den Aufwärtstrend nachhaltig stützen?

Verteidigungs-Gigant mit Jahrhundert-Aufträgen

TKMS startet nicht nur mit einem Paukenschlag an die Börse – das Unternehmen bringt handfeste Argumente mit. Ein Auftragsbestand von 18,6 Milliarden Euro sichert die Auslastung bis 2040. In den ersten neun Monaten 2025 erzielte die Sparte bereits:

  • Umsatz von 1,59 Milliarden Euro
  • Bereinigtes EBIT von 97,5 Millionen Euro
  • Vollauslastung der Werften in Kiel, Wismar und Brasilien

CEO Oliver Burkhard bezeichnet die Elektronik- und Softwaretechnologie als „Juwel im Schatzkästchen“. Die Technologie für Multi-Domain-Operationen gilt als nächster großer Schritt in der militärischen Kriegsführung.

Geopolitische Lage befeuert Nachfrage

Die Timing könnte kaum besser sein: Während Europa angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen seine Verteidigungsausgaben massiv erhöht, positioniert sich TKMS als weltweit größter Hersteller nicht-nuklearer U-Boote. Der Bedarf ist enorm: Deutschland verfügt derzeit über nur sechs U-Boote und hat sechs weitere bestellt – im Vergleich zu 71 U-Booten der USA und 64 Russlands.

Doch wie nachhaltig ist dieser Boom? Die Marktreaktion spricht eine klare Sprache: Nicht nur Thyssenkrupp selbst legte nach dem Börsengang kräftig zu, der gesamte Verteidigungssektor profitierte vom TKMS-IPO.

Strategische Wende zeigt erste Erfolge

Während die Marinesparte erfolgreich abgespalten wurde, laufen parallel die Verhandlungen zur Stahlsparte auf Hochtouren. Der indische Konzern Jindal Steel intensiviert nächste Woche die Due-Diligence-Prüfung für Thyssenkrupp Steel Europe. Die Transformation zur strategischen Holding scheint Fahrt aufzunehmen.

Gareth McCartney von UBS bestätigt den Trend: „Wir haben einen Katalysator mit Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben – genau das suchen internationale Investoren in Europa.“

Die Zahlen sprechen für sich: Seit Jahresbeginn hat sich die Thyssenkrupp-Aktie bereits verdreifacht. Der Mega-IPO der Marinesparte könnte den Weg für weitere Wertsteigerungen ebnen – wenn der Konzern seine strategische Transformation konsequent fortsetzt.