Miguel López geht in die Offensive. Der Thyssenkrupp-Chef will die eigene Stahlsparte verkaufen. Einen Ramschpreis akzeptiert das Management dabei nicht. Parallel dazu erteilt er einer heimischen Notlösung eine radikale Absage.
Harte Bandagen im Stahlgeschäft
Die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel stocken. Thyssenkrupp plant weiterhin die Abgabe der Mehrheit an seiner Stahlsparte. López betonte in einem Interview eine erheblich verbesserte Bewertung. Als Gründe nennt er neue EU-Zölle und den Sanierungstarifvertrag.
Einen Plan B mit dem deutschen Konkurrenten Salzgitter schließt der Konzernchef kategorisch aus. Das Ziel lautet stattdessen: weniger, aber profitablen Stahl produzieren. López sparte nicht mit Kritik an seinen Vorgängern. Vor dem Jahr 2023 habe das alte Management massiv Wert vernichtet.
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Kritik an der Politik
Auch die europäische Handelspolitik gerät ins Visier. Die EU-Kommission plant neue Regeln für grünen Stahl. López kritisiert diese Vorgaben als unprofessionell, weil sie keinen explizit europäischen Stahl fordern. Die Folge: Europa macht sich massiv abhängig von Importen aus Fernost. Eine deutsche Energieprämie lehnt er ebenfalls ab.
Rüstungstochter vor Milliarden-Entscheidung
Während der Stahlpoker andauert, gerät die Rüstungstochter TKMS unter Zugzwang. Bis zum 29. April erwartet Kanada überarbeitete Angebote für ein U-Boot-Programm. Für Thyssenkrupp geht es dabei um ein Volumen von rund 37 Milliarden Euro.
Rückenwind kommt indes aus Südamerika, wo Brasilien die Bestellung von vier weiteren Fregatten plant. Das Land investiert dafür Millionen in die Werft Wismar. Die seit Herbst 2025 börsennotierte Marinesparte gewinnt damit an Eigenständigkeit. Thyssenkrupp hält aktuell noch die knappe Mehrheit der Anteile.
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Blick auf Aktie und Bilanz
An der Börse spiegelt sich der Umbau noch nicht wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 8,82 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf knapp neun Prozent. Der Kurs notiert damit deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt.
Trotz sinkender Umsätze zeigt das Sparprogramm erste Erfolge. Im vergangenen Quartal steigerte Thyssenkrupp das bereinigte operative Ergebnis um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro.
Das Management bestätigt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Konzern peilt einen operativen Gewinn zwischen 500 und 900 Millionen Euro an. Am 12. Mai folgt der Zwischenbericht für das erste Halbjahr. Hier präsentiert das Unternehmen die neuesten Zahlen zum Konzernumbau.
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