Seit dem 22. April schweigt das Thyssenkrupp-Management. Die Quiet Period vor den Halbjahreszahlen gilt bis Mai 2026 — und fällt ausgerechnet in eine Phase, in der rund um den Konzern gleich mehrere milliardenschwere Entscheidungen reifen.
TK Elevator: IPO oder Direktverkauf?
An der ehemaligen Aufzugstochter TK Elevator hält Thyssenkrupp noch 16,2 Prozent. Die Haupteigentümer Advent International und Cinven hatten ursprünglich einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2026 angepeilt — mit einer Zielbewertung von bis zu 25 Milliarden Euro. Goldman Sachs, Deutsche Bank, Morgan Stanley, Barclays und UBS wurden bereits als Global Coordinators mandatiert.
TK Elevator selbst liefert solide Zahlen: 9,2 Milliarden Euro Umsatz und ein Rekord-EBITDA von 1,6 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25. Das Problem ist die Marktlage. Wegen der jüngsten Volatilität rückt ein Direktverkauf an Wettbewerber Kone in den Vordergrund — ein Bar-und-Aktien-Deal. Allerdings könnten Kartellbehörden einen solchen Zusammenschluss blockieren. TK Elevator erklärte, noch sei keine Entscheidung gefallen; der Börsengang bleibe eine Option.
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Materials Services vor Neuaufstellung
Parallel dazu prüft Thyssenkrupp laut Insidern die Zukunft des Handelsgeschäfts Materials Services. Zur Debatte stehen Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Geprüft wird auch eine Umwandlung in eine KGaA, um bei einem Anteilsverkauf die Kontrolle zu behalten. Die Sparte erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 15.000 Mitarbeiter. Ein IPO sei bereits im Herbst möglich — sofern die operative Performance im laufenden Quartal stimmt.
Stahl: Hoffnung auf EU-Entlastung
Das Stahlgeschäft bleibt die drängendste Baustelle. Die Importkrise bei kornorientiertem Elektroband zwingt Thyssenkrupp Steel zu weiteren Kürzungen: Der Standort Isbergues wird von Juni bis September vollständig geschlossen, betroffen sind rund 1.200 Arbeitsplätze in Gelsenkirchen und Isbergues. Entlastung könnte aus Brüssel kommen — das EU-Parlament beschloss im Januar 2026, Importquoten um 47 Prozent zu kürzen und Schutzzölle auf 50 Prozent zu verdoppeln. Ein Inkrafttreten zum 1. Juli 2026 würde die Sparte spürbar entlasten.
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Die Aktie notiert bei 8,75 Euro und hat sich seit dem Jahrestief Ende März um gut 22 Prozent erholt — liegt aber noch rund 34 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025. Der RSI von 33 signalisiert, dass der Markt den Konzernumbau noch nicht mit Überzeugung begleitet.
Halbjahresbericht am 12. Mai
Am 12. Mai endet die Kommunikationssperre. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Quartalsumsatz von 8,13 Milliarden Euro — nach 8,58 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das erwartete Ergebnis je Aktie liegt bei 0,04 Euro, verglichen mit 0,25 Euro ein Jahr zuvor. Ferner soll der Bericht den Stand der Verhandlungen mit Jindal Steel klären. Den Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter hat Thyssenkrupp bereits vereinbart; der Abschluss ist für den 1. Juni 2026 geplant.
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