TKMS rüstet sich für den wichtigsten Rüstungsauftrag seiner Pipeline — Schritt für Schritt. Der Konzern hat dem kanadischen Stahlspezialisten Valbruna ASW einen Erstauftrag über rund 70 Tonnen nichtmagnetischen U-Boot-Stahl erteilt. Kein Zuschlag, aber ein konkreter Beweis: Die Lieferkette für das Canadian Patrol Submarine Project nimmt Form an.
Was hinter dem Stahlauftrag steckt
Der Auftrag umfasst Material und Lieferkettentests. Ziel ist die Zertifizierung eines spezialisierten Stahlgrades nach den Anforderungen des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Werk- und Betriebsstoffe sowie nach DNV-Standards und deutschen Marinebauvorschriften.
Parallel schlossen TKMS und Valbruna ASW eine Kooperationsvereinbarung. Sie soll die industrielle Zusammenarbeit bei Schmelze und Produktion des nichtmagnetischen Stahls vertiefen. Valbruna ASW gehört zur Acciaierie-Valbruna-Gruppe und stellt Spezialedelstähle und Nickellegierungen her.
Nichtmagnetischer Stahl ist im U-Boot-Bau kein Randthema. Er beeinflusst die magnetische Signatur eines Bootes — damit direkt seine Überlebensfähigkeit. Wer diesen Werkstoff nicht qualifiziert hat, kann kein glaubwürdiges Angebot abgeben.
Zwei Bieter, offener Wettbewerb
Kanada sucht bis zu zwölf konventionell angetriebene, unter Eis einsetzbare U-Boote für die Royal Canadian Navy. Im August 2025 qualifizierte die kanadische Regierung zwei Anbieter: TKMS, unterstützt von Deutschland und Norwegen, sowie Hanwha Ocean aus Südkorea.
TKMS hatte bereits ein nicht bindendes Angebot und ein Industriepaket eingereicht. Der Valbruna-Auftrag ergänzt diese Strategie. Er zeigt, dass TKMS lokale Wertschöpfung und Zertifizierung kritischer Materialien konkret adressiert — beides Faktoren, die Kanada bei der Vergabe gewichtet.
Ein finaler Zuschlag steht weiterhin aus.
Aktie wartet auf den großen Schritt
Die Kursreaktion fällt entsprechend nüchtern aus. TKMS notiert bei 76,50 Euro — unverändert gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von knapp drei Prozent, seit Jahresanfang rund zehn Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 102,90 Euro trennen die Aktie noch immer mehr als 25 Prozent. Der Kurs liegt außerdem unter dem 50-Tage-Durchschnitt von knapp 80 Euro. Der Markt nimmt den Lieferkettenfortschritt zur Kenntnis — mehr nicht. Solange Kanada keinen Zuschlag erteilt, bleibt der Kurs an diesem Hebel hängen.
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