Gestern feierten Anleger einen möglichen Milliarden-Geldregen, heute dominiert die Skepsis. Die Aktie von TKMS rutscht um 7,31 Prozent auf 78,60 Euro ab. Damit löst sich ein Großteil der gestrigen Kursgewinne direkt wieder in Luft auf. Der Grund für diese Achterbahnfahrt liegt in Berlin.
Das Verteidigungsministerium zieht beim Fregattenprojekt F126 die Reißleine. Sechs Schiffe für geplante 18 Milliarden Euro waren dem Bund schlicht zu teuer. Als Ersatz plant die Bundeswehr nun den Kauf von bis zu acht MEKO-A-200-DEU-Fregatten. Diese stammen aus dem direkten Umfeld von TKMS.
Für die ersten vier Schiffe kalkuliert der Bund mit rund 6,3 Milliarden Euro. Eine Option auf vier weitere Einheiten könnte bis Jahresende folgen. Das Problem: Bisher existiert kein finaler Bauvertrag. Der Haushaltsausschuss des Bundestags muss die milliardenschweren Pläne erst noch absegnen. Das erklärt die Gewinnmitnahmen der Anleger.
Zeitplan steht, Vertrag fehlt
TKMS drückt indes aufs Tempo. Das Unternehmen bereitet den Bau bereits seit Februar vor. Die erste neue Fregatte soll im Jahr 2029 an die Marine gehen. Ein im Frühjahr verlängerter Vorvertrag sichert dafür rechtzeitig Fertigungskapazitäten bei Zulieferern.
Operativ steht der Konzern auf einem massiven Fundament. Der Auftragsbestand summierte sich zuletzt auf über 20 Milliarden Euro. Das Management bestätigte parallel die Jahresprognose. TKMS rechnet weiterhin mit einem moderaten Umsatzwachstum und stabilen Margen.
Chartbild und Ausblick
Der aktuelle Rücksetzer drückt den Kurs knapp unter den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 79,11 Euro. Seit Jahresbeginn behauptet die Aktie dennoch ein solides Plus von 13,50 Prozent.
Vom Jahreshoch bei 102,90 Euro bleibt das Papier aktuell weit entfernt. Der weitere Kursverlauf hängt nun direkt an der Politik. Sobald das Ministerium die Beschaffungsvorlage formal in den Haushaltsausschuss einbringt, rückt der finale Vertrag näher. Ein positiver Parlamentsbeschluss verwandelt die politische Absichtserklärung dann in harte Milliardenumsätze.
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