Das Bundesverteidigungsministerium zieht beim Fregattenprojekt F126 die Reißleine. Für TKMS ist das eine hervorragende Nachricht. Die Marine richtet ihre Flottenplanung nun voll auf MEKO-Fregatten aus. Der Konzern profitiert als zentraler Industriepartner direkt von diesem Kurswechsel.
Milliardenrisiko gestoppt
Die Gründe für den Abbruch sind massiv. Das Ministerium verweist auf erhebliche Verzögerungen und drohende Kostenexplosionen. Ursprünglich waren für sechs F126-Fregatten rund zehn Milliarden Euro eingeplant. Ein Wechsel des Generalunternehmers hätte diese Summe auf über 18 Milliarden Euro getrieben.
Stattdessen rücken nun MEKO-Fregatten für die U-Boot-Jagd in den Fokus. Für die ersten vier Schiffe vom Typ MEKO-A-200-DEU plant der Bund voraussichtlich rund 6,3 Milliarden Euro ein. Die Marine hält sich eine Option für vier weitere Einheiten offen. Diese Ergänzung würde nochmals rund 5,3 Milliarden Euro kosten.
Aktie springt an
Die Börse reagiert prompt auf den Strategiewechsel. Die Folge: Anleger schichten massiv Kapital um. Während Rheinmetall-Papiere unter Druck geraten, springt die TKMS-Aktie um 8,16 Prozent auf 79,50 Euro.
Damit summiert sich das Kursplus seit Jahresbeginn auf beachtliche 14,80 Prozent. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro aus dem Januar bleibt allerdings noch viel Luft nach oben.
Volle Auftragsbücher
Der mögliche Milliardenauftrag trifft auf ein solides Fundament. Ende März meldete TKMS einen Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im ersten Geschäftshalbjahr um zehn Prozent. Er erreichte rund 1,17 Milliarden Euro.
Auch operativ wächst der Konzern. Das bereinigte EBIT kletterte im selben Zeitraum um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro. Der Vorstand bestätigt daher seine Jahresziele. Die operative Marge soll mittelfristig die Marke von sieben Prozent knacken.
Der politische Wille ist nun klar formuliert. Die endgültige vertragliche Umsetzung steht jedoch noch aus. Der Haushaltsausschuss muss die Mittel für die ersten vier MEKO-Fregatten formell freigeben. Bis Ende 2026 fällt dann die Entscheidung über die restlichen vier Schiffe. Erst mit diesen Unterschriften verwandelt sich die politische Absicht in harte Umsätze.
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