Auf dem Parkett feiert TKMS derzeit Erfolge. Die Aktie kletterte am Freitag um über vier Prozent auf 83,70 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 21 Prozent auf der Kurstafel. Ein herber Kontrast zur jüngsten Unternehmensmeldung. Der Kieler Marineschiffbauer bestätigt einen Cyberangriff auf seine Tochtergesellschaft Atlas Elektronik.

Ransomware-Gruppe schlägt zu

Betroffen ist ein nordamerikanischer Standort des Bremer Unternehmens. Die dortige Abteilung arbeitet für das US-Militär. Hinter der Attacke steckt laut IT-Sicherheitsplattformen die Hacker-Gruppe „The Gentlemen“. Die Täter reklamieren den Zugriff für sich im Darknet. Sie drohen dort mit der Veröffentlichung sensibler Daten.

TKMS gibt jedoch teilweise Entwarnung. Sprecher Nils Beyer zufolge flossen keine sicherheitsrelevanten Informationen ab. Es existiere keine Verbindung zur IT-Infrastruktur der restlichen Gruppe. Unabhängige Cybersicherheits-Analysten mahnen indes zur Vorsicht. Die exakte Schadenshöhe lässt sich extern noch nicht überprüfen.

Milliarden-Auftrag vom Bund

Operativ surft der Konzern auf einer Erfolgswelle. Erst kürzlich sicherte sich TKMS einen gewaltigen Fregattenauftrag der Bundesregierung. Berlin bestellt vier neue Kriegsschiffe des Typs Meko A-200. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 6,6 Milliarden Euro.

Ein massiver Vertrauensbeweis. Der Vertrag beinhaltet eine Option für vier weitere Fregatten. Hierfür fließen potenziell zusätzliche 5,3 Milliarden Euro. Die Werften sollen die ersten Einheiten ab Ende 2029 ausliefern.

Entscheidung in Kanada naht

Der Heimatmarkt ist damit weitgehend gesichert. Nun blicken Investoren nach Kanada. Dort kämpft TKMS gegen den koreanischen Anbieter Hanwha Ocean um einen Großauftrag. Es geht um den Bau von bis zu zwölf U-Booten. Beide Konkurrenten schmieden bereits Allianzen mit lokalen Firmen.

TKMS-Chef Oliver Burkhard rechnet noch im laufenden ersten Halbjahr mit einer Entscheidung. Rückendeckung erhält er aus der Politik. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil warb bei einem Besuch in Wismar aktiv für das deutsche Angebot. Pünktlich dazu startet im September die Serienfertigung in der dortigen Werft.

Die Aktie bleibt angesichts dieser Gemengelage hochgradig schwankungsanfällig. Die annualisierte Volatilität liegt bei enormen 74 Prozent. Fällt der kanadische U-Boot-Deal zugunsten von TKMS aus, liefert das der Aktie massiven operativen Schub. Platzt der Traum oder weitet sich das Daten-Leck in den kommenden Wochen wider Erwarten aus, drohen herbe Rücksetzer in Richtung der 50-Tage-Linie.