In Ottawa und Berlin fallen jetzt Entscheidungen für ein ganzes Jahrzehnt. Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) verhandelt aktuell über zwei der größten Rüstungsprogramme der Welt. Es geht um U-Boote im Wert von zig Milliarden Euro. Die Aktie reagiert am Dienstag nervös und verliert knapp drei Prozent auf 86,10 Euro. Seit Jahresbeginn steht allerdings noch ein Plus von rund 24 Prozent auf der Anzeigetafel. Anleger nehmen vor den entscheidenden Wochen offenbar Gewinne mit.
Milliardenaufträge im Endspurt
In Kanada endet am 29. April die Angebotsfrist. Die Regierung sucht bis zu zwölf arktistaugliche U-Boote. Das Volumen umfasst umgerechnet rund 37 Milliarden Euro. TKMS bietet sein Type-212CD-Design an und konkurriert mit dem südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean. Ottawa fordert im Gegenzug umfangreiche lokale Investitionen. Eine Entscheidung plant die Regierung bis Ende Juni.
Parallel verhandelt das Management in Berlin mit indischen Regierungsvertretern. Indien plant den Bau von sechs modernen U-Booten. Das Projektvolumen übersteigt acht Milliarden US-Dollar. TKMS ist hier der einzige verbliebene Bieter in der finanziellen Prüfungsphase. Die Fertigung soll direkt vor Ort mit einem lokalen Partner laufen.
Ausbau und neue Allianzen
Das operative Geschäft stützt das Wachstum. Im ersten Quartal stieg die Bruttomarge auf 17 Prozent. Der Auftragsbestand überschritt zuletzt die Marke von 20 Milliarden Euro.
Um die Kapazitäten zu erhöhen, baut das Unternehmen seine Infrastruktur aus. Am Standort Wismar fließen dreistellige Millionenbeträge in neue Produktionslinien. Dort sollen in den kommenden Jahren hunderte neue Arbeitsplätze entstehen.
Flankierend schloss TKMS im April einen Pakt mit dem spanischen Staatskonzern Navantia. Ein neues Abkommen prüft die gemeinsame Produktion von U-Booten auf spanischen Werften. Beide Unternehmen lasten ihre eigenen Kapazitäten bereits stark mit nationalen Programmen aus. Eine Kooperation könnte diesen Engpass lösen.
Ruhe vor den Zahlen
Ab dem 22. April gilt für die Unternehmenskommunikation eine strikte Schweigephase. Das Management kommentiert die Geschäftsentwicklung dann vorerst nicht mehr. Die Folge: Der Fokus verschiebt sich komplett auf den Mai. Dann präsentiert der Konzern seinen Halbjahresbericht.
Dieser Bericht markiert einen harten Meilenstein. Er liefert die Grundlage für die geplante Abspaltung der Marinesparte. Liefert TKMS starke Margen und sichert sich die internationalen Aufträge, rückt ein erfolgreicher Spin-off in greifbare Nähe.
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