Solide Zahlen, große Ausschreibungen, schwache Aktie — bei TKMS passt die Börsenstimmung derzeit nicht zur Auftragsfantasie. Der Kieler Marineschiffbauer geht in Wochen, die sein Auftragsbuch stark verändern könnten. In Kanada und Deutschland rücken Projekte mit zweistelligem Milliardenvolumen näher.
Kanada: U-Boote gegen Hanwha
Ottawa will bis zu zwölf konventionelle U-Boote beschaffen. TKMS bietet dafür die Klasse 212CD an, entwickelt mit Norwegen. Der Auftrag dürfte mehr als zehn Milliarden Euro schwer sein, je nach Zahl der Boote.
Die Entscheidung erwartet die Branche zwischen Mai und Juni 2026. Der Konkurrent heißt Hanwha Ocean. Beide Anbieter suchen Nähe zu kanadischen Unternehmen, um lokale Wertschöpfung zu zeigen. Hanwha wirbt mit einem K-Defence-Ökosystem, TKMS mit NATO-Kompatibilität und geringeren Wartungskosten.
Politische Rückendeckung kommt aus Berlin. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil warb bei Premier Mark Carney für TKMS. Firmenchef Oliver Burkhard spricht von der Schlussphase der Kampagne. Eine zweistellige Zahl an Mitarbeitern reist derzeit durch Kanada.
F127 rückt in den Bundestag
In Deutschland liegt die nächste Weiche im Bundestag: die F127-Fregatte. Für die Ausschusssitzung am 24. Juni 2026 ist ein Finanzvolumen von 26,182 Milliarden Euro eingetragen.
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TKMS gilt als stark positioniert, weil der Entwurf MEKO A-400 das Aegis-Flugabwehrsystem aufnehmen kann. Die Fregatten sollen über eine Arbeitsgemeinschaft mit NVL gebaut werden. Diese Gruppe würde den Schiffbau abdecken.
Die Kombination beider Verfahren erklärt, warum der Markt trotz Kursdruck genau hinsieht. Ein kanadischer Zuschlag könnte das Auftragsbuch nahezu verdoppeln. Die Fregatte würde die Auslastung im deutschen Marineschiffbau über Jahre stützen.
Zahlen solide, Aktie schwach
Operativ liefert TKMS die Basis für diese Ambition. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz auf 1.168 Millionen Euro. Das lag 10 Prozent über dem Vorjahr.
Das zählt, weil Marineprojekte lange Vorläufe haben. Wer neue Kapazität verspricht, muss laufende Programme sauber abarbeiten.
Beim bereinigten EBIT meldete TKMS ein Plus von 14 Prozent auf 60 Millionen Euro. Die Marge erreichte 5,1 Prozent.
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Für das Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen weiter eine bereinigte EBIT-Marge von über 6 Prozent. Beim Umsatz peilt TKMS ein Wachstum von 2 bis 5 Prozent an.
Der Aktienkurs erzählt eine andere Geschichte. Am Freitag schloss die Aktie bei 71,40 Euro, ein Minus von 1,79 Prozent. Auf Monatssicht liegt das Papier 16,59 Prozent hinten.
Deutsche Bank Research bleibt bei „Buy“ und nennt 110 Euro als Kursziel. MWB Research setzt mit 125 Euro das höchste bekannte Ziel. Die Begründung liegt vor allem in den ermutigenden Halbjahreszahlen.
TKMS baut derweil die Kapazitäten aus. In Wismar investiert das Unternehmen mehr als 200 Millionen Euro in eine hybride Produktion für U-Boote und Fregatten. Bis Ende 2029 sollen dort bis zu 1.500 neue Jobs entstehen.
Bis zur kanadischen Vergabe und zur deutschen Ausschusssitzung am 24. Juni bleibt die Aktie stark nachrichtengetrieben. Die Halbjahreszahlen geben TKMS Rückenwind, der Kurs verlangt aber neue Aufträge. Genau dort liegen nun die nächsten Impulse.
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