Der Marineschiffbauer TKMS stellt die Weichen für die langfristige Auslastung seiner Überwasserschiff-Sparte. Mit der Ausweitung des MEKO-Fregattenprogramms wächst der Gesamtauftrag auf acht Einheiten an. Das Unternehmen sieht in der Festlegung auf die Baureihe MEKO A-200 DEU das Fundament für eine durchgehende Serienfertigung über die kommenden Jahre.
An der Börse spiegelte sich die operative Ausweitung zuletzt nicht wider. Die TKMS-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 75,20 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier dennoch ein Plus von 14 Prozent.
Serienfertigung von acht Einheiten
Die Entscheidung des Bundestags-Haushaltsausschusses setzt die Beschaffung der Fregatten fort. Ursprünglich war die Finanzierung für das erste Los von vier Einheiten Anfang Juli freigegeben worden. Vor gut einer Woche forderte der niederländische Konkurrent Damen Milliarden wegen des F126-Stopps, nachdem der Bund das dortige Projekt beendet hatte.
Mit den vier zusätzlichen Einheiten umfasst das Vorhaben nun acht Schiffe. TKMS erklärte, dass durch diesen Schritt eine kontinuierliche Serienproduktion etabliert wird. Nach den aktuellen Zeitplänen des Unternehmens soll die erste Einheit Ende 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden.
Aufteilung der Standorte und Finanzvolumen
Die Fertigung verteilt sich auf unterschiedliche Werftkapazitäten. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers werden die zusätzlichen Schiffe nicht auf der Kieler Werft gefertigt. Medienberichten zufolge ist für die ersten vier bereits genehmigten Einheiten der Bau in Bremerhaven vorgesehen, während der genaue Fertigungsort für die weiteren vier Schiffe noch offenbleibt.
Auch finanziell erreicht das Vorhaben beachtliche Dimensionen. Wie Reuters unter Berufung auf ein Dokument des Bundesfinanzministeriums berichtete, beläuft sich das Gesamtprogramm für alle acht Einheiten auf 11,6 Milliarden Euro.
Der reine Bauvertrag für die vier zusätzlichen Schiffe umfasst laut dem Ministeriumspapier 5,3 Milliarden Euro, während die gesamte ministerielle Vorlage für dieses Los rund 5,6 Milliarden Euro vorsieht. Medienberichten zufolge entspricht dieser Beschaffungswert jedoch nicht eins zu eins dem künftigen Umsatz von TKMS.
Kooperationen und anstehende Termine
Parallel zum Fregattenbau baut das Unternehmen seine Partnerschaften im maritimen Bereich aus. Vor rund zwei Wochen unterzeichneten TKMS und die EDGE Group ein Memorandum of Understanding. Beide Unternehmen prüfen dabei gemeinsame Kapazitäten zur Unterwasserüberwachung und zum Unterwasserschutz.
Investoren blicken unterdessen auf den weiteren Geschäftsverlauf des Marinekonzerns. Mit einem Abschlag von 31 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bleibt der Kurs hinter seinen Höchstständen zurück. Detaillierte Kennzahlen zur geschäftlichen Entwicklung folgen zum Jahresende: TKMS plant die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts für den 07.12.2026.
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