Die langfristige Fertigungsplanung für das Fregattenprogramm der Deutschen Marine nimmt Gestalt an. Die erste MEKO-A-200-DEU-Fregatte soll wie vorgesehen Ende 2029 an die Flotte übergeben werden. Für TKMS bedeutet das Vorhaben den Übergang in die Serienfertigung und bildet den größten Überwasser-Auftrag in der Unternehmensgeschichte.

Der Gesamtumfang des MEKO-Programms wächst damit auf acht Schiffe an, nachdem zuvor vier Einheiten beauftragt worden waren. Laut Reuters beläuft sich das reine Bauvertragsvolumen für das zusätzliche Los auf rund 5,3 Milliarden Euro. Den gesamten Auftragswert für alle acht Einheiten bezifferte die Nachrichtenagentur auf rund 11,6 Milliarden Euro.

Langfristige Auslastung der Werftkapazitäten

Mit diesem Auftragspolster sichert sich das Unternehmen eine mehrjährige Auslastung der Werftkapazitäten im Überwasserbereich. Die Serienfertigung erlaubt planbare industrielle Abläufe über das laufende Jahrzehnt hinaus und stabilisiert die Projektorganisation. Zudem festigt das Großvorhaben die industrielle Rolle des Konzerns bei maritimen Beschaffungen für die Bundeswehr.

Parallel zum Ausbau der Überwassersparte treibt TKMS internationale Aktivitäten unter Wasser voran. Am 25. September unterzeichneten TKMS und die emiratische EDGE Group eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung von Fähigkeiten für Unterwasserüberwachung und Unterwasserschutz. Zudem lief das von der Werft gebaute U-Boot INS DRAKON in Haifa ein und verstärkt die israelische Marine.

Die Initiativen im Nahen Osten unterstreichen die internationale Ausrichtung des Unternehmens im Unterwasserbereich. Neben Neubauten gewinnen dabei spezialisierte Schutz- und Überwachungstechnologien an Bedeutung.

Internationale Kooperationen und U-Boot-Sparte

Auch im europäischen Verteidigungssektor verbuchte der Konzern einen Erfolg bei Spezialsystemen. Den Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums an TKMS ATLAS UK für das Torpedoabwehrsystem Next Generation Countermeasure sicherte sich das Unternehmen vor gut drei Wochen, seither verlor die Aktie 12,0 Prozent. Nach Unternehmensangaben sichert das Vorhaben für U-Boote der Royal Navy 80 Arbeitsplätze in Großbritannien.

Die anhaltende Nachfrage im maritimen Rüstungssektor stützt die Auslastung, trifft an den Finanzmärkten jedoch auf ein abwartendes Umfeld. Marktteilnehmer achten vor allem darauf, wie effizient die Werften die wachsenden Auftragsbestände in operative Erträge umsetzen können.

Börsenumfeld und anstehender Finanzbericht

Im Handel notiert das Papier von TKMS mit einem Tagesverlust von 1,8 Prozent bei 74,50 Euro. Neue Einblicke in die operative Entwicklung erwarten die Anleger zum Jahresende: Am 7. Dezember 2026 veröffentlicht das Unternehmen seinen Jahresfinanzbericht.