TKMS treibt seine internationalen U-Boot-Partnerschaften weiter voran. Am 24. Juli unterzeichnete der Konzern mit dem spanischen Werftunternehmen Navantia eine zweite Absichtserklärung, um die strategische U-Boot-Partnerschaft zu vertiefen. Ziel ist ein gemeinsamer Kooperationsrahmen für Produktion und Vermarktung ausgewählter U-Boot-Projekte, der bis Jahresende 2026 stehen soll.

Die Vereinbarung mit Navantia reiht sich in eine Serie internationaler Kooperationsvorhaben ein, mit denen TKMS seine Marktposition im U-Boot-Geschäft absichern will. Bereits Anfang Juli hatte der Konzern einen wichtigen Etappenerfolg in Kanada erzielt: TKMS wurde als bevorzugter Lieferant für das Canadian Patrol Submarine Project ausgewählt.

Verhandelt wird über bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD, ein Vertragsabschluss wird bis Ende 2027 angestrebt, die ersten vier Boote sollen vor 2034 ausgeliefert werden.

Mehrere Kooperationsstränge parallel

Auffällig ist die Häufung solcher Absichtserklärungen in kurzer Zeit. Erst am vergangenen Dienstag hatte TKMS auch mit dem italienischen Wettbewerber Fincantieri eine Absichtserklärung zur Vertiefung der U-Boot- und Unterwasserkooperation unterzeichnet, ebenfalls mit dem Ziel eines verbindlichen Kooperationsrahmens bis Jahresende 2026. Zusammen mit der Navantia-Vereinbarung zeigt sich damit ein Muster: TKMS sucht die Konsolidierung des europäischen U-Boot-Marktes über bilaterale Partnerschaften statt über Übernahmen oder Fusionen.

Für Anleger ist diese Strategie zweischneidig zu bewerten. Einerseits verringern gemeinsame Produktionsrahmen mit Navantia und Fincantieri das Risiko teurer Doppelentwicklungen und stärken die Position gegenüber außereuropäischen Anbietern bei Ausschreibungen wie in Kanada.

Andererseits bleiben die Vereinbarungen bislang unverbindliche Absichtserklärungen – ob und in welcher Form die angestrebten Kooperationsrahmen bis Jahresende tatsächlich vertraglich unterlegt werden, ist offen.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der Aktienkurs spiegelt diese Unsicherheit wider. Nach der Anhebung der Jahresprognose vor rund einem Monat verlor das Papier in der Folge fast zwölf Prozent, ein Hinweis darauf, dass positive operative Nachrichten allein derzeit nicht ausreichen, um Kursgewinne zu verteidigen.

Die jüngere Fincantieri-Meldung vor gut einer Woche brachte dagegen nur einen moderaten Aufschlag von 1,4 Prozent – Investoren scheinen die vielen parallelen Kooperationsankündigungen inzwischen nüchterner einzuordnen als noch im Frühjahr, als ähnliche Meldungen zu deutlich stärkeren Kursreaktionen führten.

Der Wert notiert damit weiterhin spürbar unter seinem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das am 14. August markiert wurde – ein Abstand von 22 Prozent, der zeigt, wie viel Euphorie aus dem Kurs seither gewichen ist.

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob aus den drei parallel laufenden Kooperationsprojekten mit Fincantieri, Navantia und im Kanada-Programm bis Jahresende konkrete, vertraglich bindende Ergebnisse werden. Bleibt es bei Absichtserklärungen, dürfte der Markt weiter mit Zurückhaltung reagieren.