Fast 30 Prozent unter dem Jahreshoch — und Analysten sehen trotzdem Kursziele von bis zu 12,50 Euro. Bei TUI klafft die Bewertungsschere so weit auf wie selten.

Der Tourismuskonzern schloss gestern bei 6,51 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 27 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Hoch von 9,41 Euro aus dem Januar liegt in weiter Ferne.

Analysten bleiben optimistisch

Der Konsens der Analysten liegt bei 9,83 Euro — das entspricht einem Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Barclays stuft die Aktie mit „Overweight“ ein und sieht ein Kursziel von 9,00 Euro. JPMorgan und Morgan Stanley gehen mit Zielen von bis zu 12,50 Euro noch weiter. Beide Häuser verweisen auf Margenpotenzial und den fortlaufenden Schuldenabbau. Jefferies bleibt zurückhaltender: Das Institut hält an „Hold“ mit einem Kursziel von 8,20 Euro fest.

Operative Basis hält

Im zweiten Geschäftsquartal erzielte TUI einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro — auf Vorjahresniveau. Der saisonübliche Verlust je Aktie fiel leicht besser aus als im Vorjahreszeitraum. Der Vorstand hält am EBIT-Ziel für das Gesamtjahr fest: 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Kreuzfahrt und Hotels & Resorts sollen dabei die wesentlichen Wachstumstreiber sein.

Hinzu kommt die Rückkehr zur Dividende. Nach 0,10 Euro je Aktie im Jahr 2025 rechnen Analysten für 2026 mit einer Steigerung auf durchschnittlich 0,157 Euro. Perspektivisch plant TUI, bis zu 20 Prozent des bereinigten Gewinns auszuschütten — vorausgesetzt, die Nettoverschuldung sinkt weiter.

Charttechnik zeigt Gegenwind

Technisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert knapp 4 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 6,78 Euro und fast 17 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 43 — noch kein überverkauftes Territorium, aber auch kein Kaufsignal. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 39 Prozent hoch.

Ob die Aktie aus dieser Lage herausfindet, hängt stark am Hochsommer. Aktuelle Buchungsdaten deuten auf eine stabile Reisebereitschaft hin. Zeigt das Last-Minute-Geschäft im Juni und Juli Stärke, dürfte das EBIT-Ziel erreichbar bleiben — und den Abstand zwischen Kurs und Analystenkonsens zumindest etwas verringern.