Der Reisekonzern TUI steckt gleich in zwei Krisen. Ein tragischer Todesfall erschüttert das Vertrauen in die Sicherheitsstandards des Unternehmens. Gleichzeitig belastet der Iran-Krieg das operative Geschäft massiv. Anleger reagieren verunsichert – die Aktie fällt am Dienstag um 1,77 Prozent auf 6,78 Euro.
Tödliche E. coli-Infektion wirft Fragen auf
Die einjährige Ariella Mann starb im Januar 2026 an einer Nierenerkrankung durch E. coli. Die Familie hatte den Urlaub über TUI in einem Fünf-Sterne-Hotel in Hurghada gebucht. Ihre Eltern werfen dem Konzern vor, sie nicht über frühere Infektionsfälle informiert zu haben.
Bereits im August 2025 erkrankte ein sechsjähriger Junge schwer im selben Hotel. 18 Monate zuvor musste ein zweijähriges Mädchen nach einem TUI-Urlaub in diesem Resort ins künstliche Koma versetzt werden. Alle drei Kinder wurden mit dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) diagnostiziert – einer seltenen Nierenerkrankung, die zu Nierenversagen und Tod führen kann.
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Krieg im Nahen Osten trifft das Geschäft
Seit dem 28. Februar 2026 läuft der Iran-Krieg. Die Straße von Hormus ist weitgehend blockiert, kommerzielle Durchfahrten gibt es nur unter militärischer Eskorte. Die geopolitischen Unsicherheiten zwingen TUI zum Handeln.
Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose vorübergehend ausgesetzt. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro – unter den ursprünglichen Erwartungen. Die Buchungen für den Sommer 2026 zeigen eine spürbare Vorsicht der Kunden. Die Nachfrage verschiebt sich von östlichen zu westlichen Mittelmeerzielen.
Allein im zweiten Quartal 2026 belastete der Iran-Krieg das operative Ergebnis mit 40 Millionen Euro. Rückführungsmaßnahmen und operative Störungen schlugen zu Buche. Auch das Kreuzfahrtsegment war betroffen, zeigte aber weiter eine starke Performance.
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Charttechnik: Stabilität auf niedrigem Niveau
Aus charttechnischer Sicht verteidigt die TUI-Aktie aktuell die Unterstützungszone zwischen 6,08 und 6,22 Euro. Der Kurs liegt mit 6,78 Euro knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,75 Euro. Dennoch notiert das Papier 24 Prozent unter seinem Jahreshoch bei 9,41 Euro und 13 Prozent unter der 200-Tage-Linie.
Der RSI von 67,1 deutet auf eine leichte Erholungsdynamik hin. Die annualisierte Volatilität von 41 Prozent zeigt die anhaltende Unsicherheit.
Die kommenden Buchungszahlen für den Sommer 2026 werden zum Gradmesser. TUI hat mit der gesenkten EBIT-Prognose bereits ein Polster eingebaut. Sollte sich die Sicherheitskrise ausweiten oder der Iran-Konflikt eskalieren, könnte eine erneute Test der Unterstützungszone bevorstehen.
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