Uber will nicht mehr nur Fahrten und Essen vermitteln — der Konzern will die größte Plattform ihrer Art außerhalb Chinas aufbauen. Mit einem Angebot für Delivery Hero nimmt Uber den bislang größten Zukauf seiner Firmengeschichte in Angriff. Der Deal würde das Geschäftsmodell des Konzerns grundlegend erweitern.
Uber bietet den Aktionären von Delivery Hero 41,50 Euro je Aktie in bar, das entspricht einer Bewertung von 14,8 Milliarden Dollar. Unter Berücksichtigung bereits gehaltener Beteiligungen sinkt der Wert auf 13,7 Milliarden Dollar. Mit dem Zukauf würde Uber seine Mobilitäts- und Lieferplattform auf 99 Märkte ausweiten und sich Marken wie Talabat, Baemin und HungerStation sichern.
Was der Deal für Uber bedeutet
Für den Berliner Konzern wäre es das Ende der Eigenständigkeit — sein operatives Liefergeschäft liegt ohnehin größtenteils außerhalb Deutschlands. Für Uber dagegen ist die Übernahme ein strategischer Baustein: Aus der einstigen Fahrdienst-App soll eine Plattform werden, die Mobilität, Lieferdienste, Robotaxis und lokale Dienstleistungen bündelt.
Charttechnik zeigt Konsolidierung
Die Aktie selbst notiert derzeit in einer breiteren Seitwärtsbewegung. Seit den Höchstständen im Oktober 2025 hatte der Titel im Tief rund 35 Prozent verloren, seit Februar 2026 pendelt der Kurs überwiegend zwischen 67 und 78 Dollar. Ein Ausbruch über die 200-Tage-Linie in Richtung 80 Dollar gilt als nächstes charttechnisches Etappenziel — vorausgesetzt, die Marke von 67 Dollar hält als Unterstützung.
KeyBanc Capital Markets bestätigte am 14. Juli sein Kauf-Rating für Uber, senkte das Kursziel jedoch von 110 auf 105 Dollar.
Die nächste Standortbestimmung liefern die Zahlen zum zweiten Quartal am 5. August. Sie dürften nicht nur Aufschluss über den operativen Geschäftsverlauf geben, sondern auch erste Reaktionen des Marktes auf die geplante Delivery-Hero-Übernahme einpreisen.
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