Uber kauft weiter zu, und zwar in großem Stil. Nach der Übernahme des Catering-Anbieters ezCater für 2,3 Milliarden Dollar in bar summieren sich die jüngsten Deals auf einen Betrag, der selbst für den Mobilitätskonzern ungewöhnlich ist. Die Aktie notiert mit rund 69 Dollar dennoch in der Nähe ihres 52-Wochen-Tiefs.

Was Uber einkauft

ezCater vermittelt Firmenbestellungen bei mehr als 140.000 Restaurants. Die Plattform kommt auf Bruttobuchungen von über 2,5 Milliarden Dollar in den vergangenen zwölf Monaten und wächst im hohen Zehnerprozentbereich. Der durchschnittliche Bestellwert liegt oberhalb von 400 Dollar. Auf operativer Basis arbeitet ezCater profitabel, zudem soll der Zukauf die Marge von Uber verbessern. Der Abschluss wird in den kommenden Monaten erwartet.

Parallel dazu will Uber die verbleibenden Anteile an Delivery Hero übernehmen. Bereits im Februar hatte der Konzern Getir gekauft. Die Strategie ist erkennbar: mehr Auswahl, mehr Lieferkapazität und über die Größe zusätzliche Umsatzsynergien.

Was die Analysten rechnen

BTIG schätzt die Ausgaben für ezCater und Delivery Hero zusammen auf knapp 13 Milliarden Dollar, ohne die bisherigen Zukäufe von Delivery-Hero-Aktien. Finanziert werden dürfte das aus einer Mischung von Barmitteln und Schulden. Dafür würden die Deals die Buchungen um mehr als 66 Milliarden Dollar erhöhen und die Take-Rate um über einen Prozentpunkt verbessern.

Für 2027 projiziert BTIG pro forma ein bereinigtes EBITDA von 16,6 Milliarden Dollar, nach derzeit 7,47 Milliarden in den letzten zwölf Monaten. Den Gewinn je Aktie sieht das Haus um rund fünf Prozent steigen, noch ohne Effekte aus dem möglichen Verkauf überlappender Delivery-Hero-Märkte.

Die Kursziele fallen entsprechend hoch aus:

  • BTIG: Buy, Ziel 100 Dollar
  • Citizens: Market Outperform, Ziel 100 Dollar
  • Bernstein: Outperform, Ziel 95 Dollar
  • Wells Fargo: Overweight, Ziel 92 Dollar

Rückenwind aus dem Kerngeschäft

Wells Fargo erwartet für das vierte Quartal 2026 Bruttobuchungen von 64,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 20 Prozent und etwas über dem Konsens. Hinzu kommt Preissetzungsmacht: Im dritten Quartal erhöhte Uber seine Gebühren das zweite Quartal in Folge. Damit liegt das Unternehmen auf dem Niveau von DoorDash, beide verlangen rund 16 Prozent mehr als Instacart.

Beim Thema autonomes Fahren hält Bernstein an den Plänen fest, bis Ende 2026 in 15 Städten Robotaxi-Dienste anzubieten. Citizens sieht den Einfluss von Konkurrent Waymo bislang begrenzt, da dessen Kapazitäten knapp sind.

Der Markt bleibt trotzdem zurückhaltend. Die Kursziele liegen gut 30 Prozent über dem aktuellen Niveau, für den Abstand sorgt offenbar die Sorge um die Schuldenlast und die Integration gleich mehrerer Großübernahmen. Den ersten Beleg dafür, wie gut das gelingt, dürften die Zahlen zum vierten Quartal liefern, für die Wells Fargo die 64,9 Milliarden Dollar an Buchungen als Messlatte setzt.