Chinas intelligente Fertigung klafft eine gewaltige Lücke: 30 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Ubtech Robotics will sie mit humanoiden Robotern füllen – nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Brücke in die automatisierte Fabrik der Zukunft.

Das Unternehmen treibt die industrielle Anwendung seiner Walker-S-Serie voran. Drei Generationen hat die Reihe durchlaufen – Walker S, S1 und neuerdings S2. Der größte technische Sprung: eine weltweit erste autarke Batterie, die sich innerhalb von drei Minuten tauschen lässt. Für den Dauerbetrieb in Fabrikhallen ist das ein entscheidender Faktor. Parallel dazu stattet Ubtech seine Roboter mit einem „KI-Gehirn“ aus, das reale und simulierte Daten zu einem digitalen Weltmodell verarbeitet.

Die Produktion läuft bereits hoch. Im vergangenen Jahr fertigte Ubtech über tausend vollwertige humanoide Roboter in Serie aus. Dieses Jahr peilt das Management die Zehntausend an. Selbst dann deckt die Stückzahl nur einen Bruchteil der realen Nachfrage in Märkten mit chronischem Arbeitskräftemangel.

An der Börse kam der Strategie-Schwenk gut an. Die Aktie legte am Freitag um 10,6 Prozent auf 13,84 Euro zu. Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf 14 Prozent – eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends. Mit einem RSI von 44 hat der Titel aber noch Luft nach oben, bevor überkaufte Niveaus drohen.

Chief Brand Officer Tan Min unterstrich die Dringlichkeit der industriellen Integration. Humanoide Roboter müssten in realen Szenarien trainieren, um ihre Einsatzfähigkeit zu beweisen. Die Walker-S2-Lieferungen an erste Pilotkunden werden zeigen, ob die Technik hält, was die Roadmap verspricht. Für dieses Jahr bleibt das entscheidende Signal: ob Ubtech die Zehntausend-Marke tatsächlich erreicht und damit den Sprung in die Massenproduktion schafft.