Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank geht in die entscheidende Phase. Die verlängerte Annahmefrist des Umtauschangebots von UniCredit läuft diese Woche aus. Unmittelbar vor Ablauf der Frist schaltet sich das Frankfurter Management noch einmal ein.

Widerstand aus Frankfurt

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp appellierte am Dienstag direkt an die Aktionäre. Ihre Botschaft: Das Angebot der Italiener nicht annehmen. Der Kern der Kritik ist der Preis.

Das Tauschangebot sieht einen reinen Aktientausch vor – Bargeld gibt es keins. Das Management hält die Bewertung für zu niedrig. Sie spiegele den fundamentalen Wert des deutschen Instituts nicht angemessen wider.

Die Beteiligung aus der ersten Angebotsphase liegt bei rund 12,51 Prozent. Rechnet man Direktbestände und Derivatepositionen hinzu, kommt UniCredit auf einen Anteil von etwa 42,5 Prozent. Diese Größenordnung hat eine Vorgeschichte: Mailand hatte zuletzt signalisiert, die EZB könnte ein Kontrollverhältnis feststellen – selbst ohne klassische Aktienmehrheit.

Stillschweigender Stillstand

Am Dienstag notierte die UniCredit-Aktie bei 76,94 Euro. Ein Minus von 0,17 Prozent. Bei einem Umtauschverhältnis von 0,485 neuen Aktien je Commerzbank-Papier ergibt sich ein impliziter Angebotswert von rund 37,32 Euro.

Der aktuelle Commerzbank-Kurs liegt bei 37,26 Euro. Die Differenz: kaum sechs Cent. Diese Deckungsgleichheit ist das Problem. Analysten betonen: Ohnen nennenswerten Aufschlag zum aktuellen Kurs haben institutionelle Anleger und Arbitrageure kaum Anreiz, ihre Papiere einzureichen. Dass es keine Baralternative gibt, macht den Deal vom UniCredit-Kurs abhängig.

Die Commerzbank-Aktie notiert damit praktisch auf dem Niveau des Angebots – ein klares Zeichen für die Skepsis der Anleger.

Ausblick

Trotz des leichten Tagesverlustes zeigt die UniCredit-Aktie langfristig Stärke. Der Kurs liegt gut zwölf Prozent über der 200-Tage-Linie. Das Plus der letzten zwölf Monate: knapp 35 Prozent.

Die Annahmefrist endet diese Woche. Die finalen Ergebnisse werden Anfang Juli erwartet. Bleibt die Beteiligung auf dem aktuellen Niveau, rückt die Frage nach einer regulatorischen Kontrollfeststellung durch die EZB in den Fokus. Und die Frage, ob UniCredit doch noch die Fusion mit der deutschen Tochter HypoVereinsbank anstrebt.

Bis dahin: Stillstand auf dem Frankfurter Parkett.