Unilever setzt auf Masse. Der Konsumgüterriese verwaltet inzwischen 300.000 Influencer weltweit. Um dieses gigantische Netzwerk zu steuern, setzt der Konzern verstärkt auf Automatisierung.

Das neue System übernimmt zeitintensive Aufgaben. Es findet passende Partner, prüft deren Hintergründe und gibt fertige Inhalte frei. Auch die Markensicherheit kontrolliert die Technik automatisch. Die Marketing-Teams gewinnen dadurch Zeit für kreative Konzepte und die strategische Planung.

Automatisierung treibt Wachstum

Der Konzern reagiert damit auf einen Trend in der Werbebranche. Die Ausgaben für Influencer-Marketing in den USA steigen bis 2027 voraussichtlich auf 13,7 Milliarden Dollar. Parallel dazu wächst der Umfang der einzelnen Kampagnen. Früher reichten fünf Partner aus, heute buchen Marken oft 25 bis 30 Personen gleichzeitig.

An der Börse kam die konsequente Digitalisierung zuletzt gut an. Die Aktie stieg am Freitag um 1,52 Prozent auf 54,17 Euro. Investoren scheinen Vertrauen in den Umbau des Marketing-Apparats zu fassen.

Innerhalb der vergangenen 30 Tage legte das Papier um rund sieben Prozent zu. Damit stabilisierte sich der Kurs nach einem eher verhaltenen Start in das laufende Jahr.

Solide Zahlen im ersten Quartal

Die operativen Daten stützen den Optimismus. Im ersten Quartal 2026 erzielte Unilever einen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Umsatzwachstum lag bei 3,8 Prozent. Besonders positiv: Ein Plus von 2,9 Prozent resultierte aus höheren Absatzmengen.

Das Management arbeitet weiter an der Profitabilität. Höhere Produktivität und bessere Margen stehen im Zentrum der Konzernstrategie. Digitale Kanäle bilden dabei das Rückgrat für die künftige Markenbildung.

Die nächste Bewährungsprobe steht fest. Am 28. Juli 2026 veröffentlicht Unilever die Ergebnisse für das zweite Quartal und das Halbjahr. Dann zeigt sich, ob die Effizienzgewinne im Marketing bereits die Bilanz entlasten.