Unilever schiebt seinen Umbau weiter voran. Der Konsumgüterkonzern will sich stärker auf Home- und Personal-Care-Produkte konzentrieren und gleichzeitig sein Lebensmittelgeschäft neu ordnen. Die Aktie spiegelt die Unsicherheit dieses Kurswechsels bislang nur verhalten wider.
Deutsche Bank bleibt am 20. Mai bei „Hold“ und setzt das Kursziel auf 51,50 Pfund. Der Titel schloss am Mittwoch bei 49,69 Euro. Das liegt weiter unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 51,02 Euro.
Fokus auf schnellere Sparten
Der Konzern unter Führung von Fernando Fernandez will zu einem reinen Anbieter von Home- und Personal-Care-Produkten werden. Im Zentrum stehen zehn Kernkategorien, die auf Basis des Geschäftsjahres 2025 rund 39 Milliarden Euro Jahresumsatz abwerfen sollen.
Besonders wichtig sind Premium Beauty und Home Care. Beide Bereiche entwickelten sich zuletzt stärker, vor allem in den USA und in Indien. Genau dort sucht Unilever nun mehr Wachstum und weniger Abhängigkeit von trägeren Sparten.
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Lebensmittelgeschäft wird neu geschnürt
Parallel dazu treibt Unilever die geplante Kombination des Lebensmittelsegments ohne Indien mit McCormick voran. Die Struktur als Reverse Morris Trust soll den Deal für Unilever und die Aktionäre steuerlich effizient machen.
Nach Abschluss sollen Unilever-Aktionäre zusammen 65 Prozent am kombinierten Unternehmen halten. Davon entfallen 55,1 Prozent auf die Aktionäre und 9,9 Prozent auf Unilever selbst. McCormick-Aktionäre sollen die restlichen 35 Prozent besitzen. Zusätzlich ist eine Barkomponente von rund 15,7 Milliarden Dollar vorgesehen. Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant.
Rückkäufe stützen den Kurs nur begrenzt
Unilever hat außerdem ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,5 Milliarden Euro gestartet. Es läuft seit dem 30. April und soll spätestens am 6. Juli enden. Für die Jahre 2026 bis 2029 rechnet der Konzern mit Rückkäufen von insgesamt 6 Milliarden Euro.
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Operativ peilt Unilever für 2026 nur das untere Ende der bisherigen Wachstumsbandbreite von 4 bis 6 Prozent an. Der Konzern erwartet mindestens 2 Prozent Mengenwachstum und eine leichte Verbesserung der operativen Marge gegenüber 20,0 Prozent im Jahr 2025.
Druck von innen und außen
Der Umbau sorgt auch intern für Reibung. Der europäische Betriebsrat kritisiert, dass die Belegschaft zu spät eingebunden wurde. Er fürchtet Jobverluste und mehr Unsicherheit für die fast 20.000 Beschäftigten in Europa und Großbritannien.
Hinzu kommt Kritik an der Nachhaltigkeitsbilanz. Unilever hatte 2018 weltweit 100 Prozent käfigfreie Eier bis 2025 zugesagt. Außerhalb Europas und Nordamerikas wurde das Ziel nicht erreicht. Im Zuge der Neuordnung strich der Konzern die globale Zusage Ende 2025.
Die Aktie bleibt damit in einer Übergangsphase gefangen. Mit 49,69 Euro notiert sie nahe dem 52-Wochen-Tief von 48,12 Euro und deutlich unter dem Hoch von 63,08 Euro. Solange der Umbau läuft und das Wachstum nur im unteren Zielbereich liegt, dürfte der Markt vor allem auf die nächsten Fortschritte bei der Lebensmittel-Transaktion und den operativen Trend achten.
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