Unilever setzt in der Produktion verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Der Konsumgüterkonzern will in den nächsten 18 Monaten mehr als 40 KI-gestützte „Digital Twins“ in seinen weltweiten Fertigungsanlagen einführen. Die Initiative läuft gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Accenture.
Messbare Erfolge in Pilotwerken
Erste Testläufe zeigen deutliche Fortschritte. Am Standort Raeford in den USA sank der Abfall um 20 Prozent, die Produktionskapazität stieg um zehn Prozent. Auch in Polen, Indien und Vietnam verzeichnet Unilever geringeren Energieverbrauch und weniger Ausschuss.
Hintergrund der Effizienzoffensive ist ein erwarteter Kostenanstieg von 750 bis 900 Millionen Euro. Der Konzern versucht, die Inflation durch höhere Produktivität auszugleichen.
Insiderkauf und Kursentwicklung
Am Rande gab es eine verspätete Meldepflicht: Die nicht geschäftsführende Direktorin Ruby Lu kaufte am 8. Juni ADR-Anteile an der NYSE. Unilever bestätigte, dass die Verzögerung bei der Offenlegung auf einen „isolierten Verwaltungsfehler“ zurückgeht.
Die Aktie notierte am Freitag bei 50,39 Euro – ein Minus von 0,89 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht gab das Papier 0,92 Prozent nach. Belastend wirkten Sorgen über Lieferkettenunterbrechungen im Zusammenhang mit Spannungen in der Straße von Hormus.
Technisch zeigt der RSI (14 Tage) mit 54,6 eine neutrale Lage. Der Kurs liegt knapp zwei Prozent über der 50-Tage-Linie, bleibt aber mehr als 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 63,45 Euro.
Ausblick
Am 26. Juni zahlen die Aktionäre die Dividende. Zudem bereitet sich Unilever auf die Vermarktung zur Fußball-WM 2026 vor – mit digitalen Plattformen statt klassischer TV-Werbung. Die Halbjahreszahlen erscheinen im Juli. Das dürfte Aufschluss geben, wie wirkungsvoll die KI-Investitionen den Margendruck abfedern.
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