Unilever zieht seinen Konzernumbau durch – und die Aktionäre geben dem Management dafür breiten Rückhalt. Auf der Hauptversammlung stimmten sie allen 21 Beschlussvorschlägen zu. Damit bekommt der Konsumgüterkonzern den formalen Rückenwind für den Umbau zu einem fokussierten Anbieter von Haushalts- und Körperpflegeprodukten.
Der Kurs erzählt allerdings eine andere Geschichte. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 48,98 Euro und liegt seit Jahresbeginn 11,90 Prozent im Minus. Damit notiert sie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 48,12 Euro.
Lebensmittelgeschäft rückt an den Rand
Kern des Umbaus ist die geplante Zusammenlegung des Lebensmittelgeschäfts mit McCormick. Das Volumen des Deals liegt bei rund 33,2 Milliarden Pfund. Unilever will sich dadurch stärker auf Beauty & Wellbeing, Personal Care und Home Care konzentrieren.
Die Logik dahinter ist klar: Lebensmittel wachsen langsamer, während Pflege- und Schönheitsmarken stärker von Premiumisierung und Innovation profitieren. Die Sparte Beauty & Wellbeing kam zuletzt auf ein bereinigtes Umsatzwachstum von 6,5 Prozent und schnitt damit deutlich besser ab als der Konzern im Schnitt.
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Damit verschiebt Unilever den Schwerpunkt weg von Breite und hin zu Marken mit höheren Margen. Das macht die Story einfacher. Es erhöht aber auch den Druck, in den verbleibenden Kategorien konstant zu liefern.
Einsparungen finanzieren Wachstum
Parallel zum Portfolio-Umbau läuft ein Produktivitätsprogramm. Bis zum Ende des ersten Quartals 2026 erzielte Unilever daraus Einsparungen von 750 Millionen Euro. Das Geld fließt in Marketing sowie Forschung und Entwicklung, unter anderem für Marken wie Dove und Vaseline.
Operativ bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Der ausgewiesene Quartalsumsatz sank zuletzt um 0,3 Prozent, vor allem wegen Währungseffekten. Bereinigt legten die Erlöse jedoch um 3,8 Prozent zu, was die Widerstandsfähigkeit des Kerngeschäfts unterstreicht.
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Bank of America bewertet die Aktie wieder mit „Buy“ und nennt ein Kursziel von 5.300 GBp. Die Analysten verweisen vor allem auf Fortschritte in den USA und die starke Marktstellung in Schwellenländern, insbesondere in Indien. DCF-Modelle sehen die Aktie zudem mit einem Abschlag von 25,8 Prozent gehandelt.
Rückkauf und KI-Projekte im Blick
Zur Kapitalstrategie gehört auch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro, das bis zum Sommer abgeschlossen werden soll. Es passt zum Ziel, die Konzernstruktur zu vereinfachen und den Gewinn je Aktie zu stützen.
Nach der Hauptversammlung rückt nun die Umsetzung in den Mittelpunkt: die Trennung des Lebensmittelgeschäfts, die Margenwirkung der Einsparungen und die fünfjährige Zusammenarbeit mit Google Cloud für KI-gestützte Prozesse. Genau dort muss Unilever zeigen, dass der schlankere Konzern nicht nur besser aussieht, sondern auch schneller wächst.
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