Unilever Aktie: Jefferies senkt Ziel auf 3.700 Pence

Jefferies sieht nachlassenden Umbau-Schwung bei Unilever und senkt die Aktie auf Sell. Analysten kritisieren die McCormick-Transaktion und die Strategie des Konzerns.

Unilever Aktie
Kurz & knapp:
  • Abstufung auf Verkaufen empfohlen
  • Kursziel von 4.300 auf 3.700 Pence gesenkt
  • Kritik an McCormick-Deal und Strategie
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über elf Prozent

Jefferies hat Unilever am Montag auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 4.300 auf 3.700 Pence gesenkt. Die Bank sieht weniger Schwung im Umbau des Konzerns. Das trifft einen Moment, in dem Anleger ohnehin genauer auf Strategie, Kapitalallokation und die nächsten Deals schauen.

Der Umbau verliert an Zugkraft

Analyst David Hayes stellt vor allem die „Buy & Boost“-Logik infrage. Das Modell setzte lange auf Zukäufe im Premium-Segment, um das Wachstum anzuschieben. In einem stärker zusammengekauften Markt werde es aber schwerer, solche Targets zu finden.

Hinzu kommt der Eindruck, dass Unilever in einer Übergangsphase steckt. Der Druck von aktivistischen Investoren wie Trian soll den Konzern zu härterem Sparen und zu tiefen Einschnitten treiben. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die große Trennung des Eiscremegeschäfts, die den Börsenwert näher an schlankere Wettbewerber bringen soll.

Kritik an dem McCormick-Deal

Für zusätzlichen Gegenwind sorgt die geplante 44,8 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit McCormick. Unilever will dabei die Foods-Sparte mit McCormick zusammenlegen. Kritiker sehen darin einen komplizierten Schritt mit unklarer industrieller Logik.

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Auch prominente Investoren ziehen Konsequenzen. Terry Smith von Fundsmith soll sich zurückgezogen haben. Das passt zu der wachsenden Skepsis gegenüber der Konstruktion über einen Reverse Morris Trust. Unilever gibt mit Marken wie Knorr und Hellmann’s stabile Cashflows ab und erhält dafür 65 Prozent an einer neuen, breiter aufgestellten Gesellschaft.

Aktionäre nicken, der Markt bleibt kühl

Auf der Hauptversammlung Mitte Mai stimmten die Aktionäre allen 21 Beschlüssen zu. Nelson Peltz und CEO Fernando Fernandez erhielten jeweils breite Unterstützung. Die Zustimmung lag bei rund 73 Prozent des Aktienkapitals.

Unilever teilte am 18. Mai außerdem neue Performance-Share-Plan-Zuteilungen für die Führungsspitze mit. Fernandez erhielt 116.372 Aktien, Finanzchef Srinivas Phatak 65.112. Beide Zuteilungen wurden mit 42,235 Pfund je Aktie angesetzt.

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An der Börse kam die Abstufung zunächst kaum an. Die Aktie notierte am Montagvormittag bei rund 4.214 Pence. Ein Grund dürfte auch der Ex-Tag vom 14. Mai sein, der den Kurs technisch belastet haben kann. In Euro liegt das Papier bei 49,30 Euro, hat seit Jahresbeginn aber bereits 11,34 Prozent verloren.

Was jetzt zählt

Der Blick richtet sich nun auf mögliche Gebote für die Eiscreme-Sparte Magnum. Blackstone und CD&R prüfen Berichten zufolge Angebote. Parallel dazu muss Unilever die Foods-McCormick-Struktur sauber zusammenführen.

Gelingt beides, könnte der Konzern sein Ziel höherer Margen bis Ende des Geschäftsjahres 2026 erreichen. Scheitert die Umsetzung, dürfte der Druck auf die Bewertung weiter steigen.

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Über Dieter Jaworski 4176 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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