Jefferies hat Unilever am Montag auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 4.300 auf 3.700 Pence gesenkt. Die Bank sieht weniger Schwung im Umbau des Konzerns. Das trifft einen Moment, in dem Anleger ohnehin genauer auf Strategie, Kapitalallokation und die nächsten Deals schauen.
Der Umbau verliert an Zugkraft
Analyst David Hayes stellt vor allem die „Buy & Boost“-Logik infrage. Das Modell setzte lange auf Zukäufe im Premium-Segment, um das Wachstum anzuschieben. In einem stärker zusammengekauften Markt werde es aber schwerer, solche Targets zu finden.
Hinzu kommt der Eindruck, dass Unilever in einer Übergangsphase steckt. Der Druck von aktivistischen Investoren wie Trian soll den Konzern zu härterem Sparen und zu tiefen Einschnitten treiben. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die große Trennung des Eiscremegeschäfts, die den Börsenwert näher an schlankere Wettbewerber bringen soll.
Kritik an dem McCormick-Deal
Für zusätzlichen Gegenwind sorgt die geplante 44,8 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit McCormick. Unilever will dabei die Foods-Sparte mit McCormick zusammenlegen. Kritiker sehen darin einen komplizierten Schritt mit unklarer industrieller Logik.
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Auch prominente Investoren ziehen Konsequenzen. Terry Smith von Fundsmith soll sich zurückgezogen haben. Das passt zu der wachsenden Skepsis gegenüber der Konstruktion über einen Reverse Morris Trust. Unilever gibt mit Marken wie Knorr und Hellmann’s stabile Cashflows ab und erhält dafür 65 Prozent an einer neuen, breiter aufgestellten Gesellschaft.
Aktionäre nicken, der Markt bleibt kühl
Auf der Hauptversammlung Mitte Mai stimmten die Aktionäre allen 21 Beschlüssen zu. Nelson Peltz und CEO Fernando Fernandez erhielten jeweils breite Unterstützung. Die Zustimmung lag bei rund 73 Prozent des Aktienkapitals.
Unilever teilte am 18. Mai außerdem neue Performance-Share-Plan-Zuteilungen für die Führungsspitze mit. Fernandez erhielt 116.372 Aktien, Finanzchef Srinivas Phatak 65.112. Beide Zuteilungen wurden mit 42,235 Pfund je Aktie angesetzt.
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An der Börse kam die Abstufung zunächst kaum an. Die Aktie notierte am Montagvormittag bei rund 4.214 Pence. Ein Grund dürfte auch der Ex-Tag vom 14. Mai sein, der den Kurs technisch belastet haben kann. In Euro liegt das Papier bei 49,30 Euro, hat seit Jahresbeginn aber bereits 11,34 Prozent verloren.
Was jetzt zählt
Der Blick richtet sich nun auf mögliche Gebote für die Eiscreme-Sparte Magnum. Blackstone und CD&R prüfen Berichten zufolge Angebote. Parallel dazu muss Unilever die Foods-McCormick-Struktur sauber zusammenführen.
Gelingt beides, könnte der Konzern sein Ziel höherer Margen bis Ende des Geschäftsjahres 2026 erreichen. Scheitert die Umsetzung, dürfte der Druck auf die Bewertung weiter steigen.
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