Bei Uranium Energy Corp klaffen operative Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Der US-Konzern feiert den Produktionsstart seines wichtigsten Projekts und meldet volle Kassen. An der Börse dominiert hingegen Panik. Allein im letzten Monat verlor das Papier ein Drittel seines Wertes.
Produktion läuft an
Operativ liefert das Management ab. Im texanischen Burke Hollow startete die Urangewinnung. Es ist das größte neue In-situ-Projekt in den USA seit über einem Jahrzehnt. Die Anlage soll im vierten Geschäftsquartal erste nennenswerte Mengen liefern.
Parallel dazu baut der Konzern die Förderung auf der Christensen Ranch in Wyoming aus. Ende April gingen dort drei neue Förderanlagen ans Netz. Im abgelaufenen dritten Quartal produzierte das Unternehmen hier knapp 32.200 Pfund Urankonzentrat.
Volle Kassen, hohe Kosten
Finanziell steht Uranium Energy auf einem soliden Fundament. Die Bilanz weist liquide Mittel von 794 Millionen US-Dollar aus. Darunter fallen 488 Millionen Dollar an reinen Barreserven. Schulden hat der Konzern keine.
Die Folge: Das Management verzichtet bewusst auf Preisabsicherungen. Das Unternehmen hält einen strategischen Bestand von knapp 1,5 Millionen Pfund Uran. So will Uranium Energy voll von steigenden Marktpreisen profitieren. Ein Wermutstropfen bleiben die gestiegenen Förderkosten. Sie kletterten auf 54,61 Dollar pro Pfund. Das Management begründet dies mit Verzögerungen bei behördlichen Genehmigungen und höheren staatlichen Steuern.
Der Absturz an der Börse
Diese operativen Fortschritte verpuffen am Aktienmarkt völlig. Am Dienstag schloss die Aktie bei 9,28 Euro. Damit summiert sich der Verlust der vergangenen sieben Tage auf über 23 Prozent. Vom Jahreshoch im Januar ist der Kurs fast zur Hälfte eingebrochen.
Auch langfristige Trendlinien sind gerissen. Der Kurs notiert deutlich unter der 200-Tage-Linie. Der RSI-Indikator nähert sich derweil dem stark überverkauften Bereich.
Operativ richtet sich der Blick nun auf den Ausbau der Lieferkette. Die Tochtergesellschaft UR&C erhielt kürzlich ein Aktenzeichen der US-Atomaufsichtsbehörde. Dieser formale Schritt ist die Voraussetzung für eine geplante Uran-Konversionsanlage. Damit will der Konzern zum vollständig integrierten Kernbrennstofflieferanten in den USA aufsteigen.
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