Der VanEck Semiconductor UCITS ETF beendet eine extrem turbulente Woche. Erst löschte ein massiver Ausverkauf im Chip-Sektor rund eine Billion US-Dollar an Marktwert aus. Dann griffen Schnäppchenjäger zu. Am Freitag schloss der ETF bei 100,94 Euro. Das entspricht einem Wochenplus von 9,67 Prozent.
Der Broadcom-Schock
Auslöser der anfänglichen Panik war Broadcom. Der Konzern meldete zwar Rekordumsätze im KI-Bereich. Die Prognose für das dritte Quartal enttäuschte allerdings.
Broadcom rechnet mit 16 Milliarden US-Dollar Umsatz. Analysten hatten 17,2 Milliarden erwartet. Das Management hob die Jahresprognose für KI-Chips nicht an.
Die Folge: Broadcom-Aktien stürzten um 14 Prozent ab. Dieser Rückschlag zog die gesamte Branche nach unten. Marvell verlor 17 Prozent.
Auch Branchengrößen wie Micron, Intel und AMD gaben deutlich nach. Der Verkaufsdruck erreichte Europa. ASML und Infineon verbuchten ebenfalls Verluste.
Schnäppchenjäger und neue Deals
Der Stimmungsumschwung kam schnell. Bereits am Montag drehte der Markt. Der Philadelphia Semiconductor Index holte an einem Tag einen Großteil seiner Verluste auf.
Besonders Intel lieferte neue Impulse. Alphabet beauftragte den Konzern mit der Fertigung von drei Millionen internen Chips. Angeblich prüft auch Nvidia die Produktionskapazitäten von Intel.
Die Aktie schoss daraufhin um 8,5 Prozent in die Höhe. Eine Hochstufung durch die Bank of America auf Kaufen befeuerte die Erholung weiter.
Parallel dazu erholte sich der breite Markt. Der iShares Semiconductor ETF legte in dieser Sitzung ebenfalls um mehr als acht Prozent zu.
Milliarden-Ausbau in Singapur
Abseits der Kursturbulenzen investieren die Unternehmen massiv in ihre Infrastruktur. Applied Materials baut seine Kapazitäten in Singapur aus. Der neue Campus kostet 500 Millionen US-Dollar.
Er verdoppelt die Reinraumfläche des Unternehmens vor Ort. Die Anlage produziert bereits in großen Mengen. Sie bedient Chiphersteller, die ihre Fertigung für den KI-Boom hochfahren.
Etwa 1.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Das stärkt die Ausrüster im ETF-Portfolio direkt.
Micron im Fokus
Mit einem Anteil von rund 14 Prozent ist Micron Technology das absolute Schwergewicht im VanEck-ETF. Auf Platz zwei folgt AMD mit 11,4 Prozent.
Micron glänzte zuletzt mit Rekorden bei Umsatz und freiem Cashflow. Auf der Computex 2026 präsentierte das Unternehmen neue KI-optimierte Produkte. Diese zielen direkt auf Rechenzentren ab.
Die fundamentale Stärke treibt den Kurs. Seit Jahresbeginn hat der ETF bereits 83,66 Prozent gewonnen.
Der Aufwärtstrend ist intakt. Der ETF notiert deutlich über seiner 50-Tage-Linie. Mit einem RSI von 63,9 ist der Fonds technisch noch nicht überkauft.
Am 24. Juni legt Micron seine Quartalszahlen vor. Diese Daten dürften die nächste Richtung für den ETF vorgeben.
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