Am Mittwoch notiert der Fonds bei 100,50 Euro und gewinnt damit 1,52 Prozent, nachdem er am Dienstag noch bei 99,00 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,83 Prozent zu Buche, während der Rückblick auf die vergangenen 30 Tage mit minus 3,86 Prozent noch die Nachwirkungen der jüngsten Marktturbulenzen zeigt. Seit Jahresbeginn liegt der ETF mit 82,86 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 138,26 Prozent.

Erholungsrallye in Asien treibt den Sektor

Auslöser der jüngsten Kursgewinne war eine breite Rally an den asiatischen Technologiebörsen. Der südkoreanische Kospi sprang am 15. Juli um 7 Prozent, SK Hynix legte in Seoul über 8 Prozent zu, Samsung Electronics gewann 6,27 Prozent und Seoul Semiconductor 6,19 Prozent. In Japan zogen Advantest um 5,83 Prozent und Lasertec sogar um 10,18 Prozent an, Tokyo Electron stieg 4,37 Prozent. Die US-Notierung des VanEck Semiconductor ETF gewann laut CNBC im US-Handel 2,5 Prozent, während Micron und Lam Research jeweils 5 Prozent zulegten und Applied Materials sowie Teradyne um 3 Prozent stiegen. Auslöser für die Kehrtwende war ein schwächer als erwarteter US-Verbraucherpreisindex für Juni von 3,5 Prozent im Jahresvergleich, deutlich unter der Prognose von 3,8 Prozent. Die Kernrate fiel mit 2,6 Prozent ebenfalls unter die erwarteten 2,8 Prozent. KB Securities ordnete die Rally als Erholung aus überverkauften Niveaus ein, nicht als Zeichen nachlassender Sorgen um die Nachhaltigkeit der KI-Investitionen.

Die Erholung folgt auf einen historischen Einbruch: Am 13. Juli war der Kospi um 8,95 Prozent eingebrochen, SK Hynix verlor an diesem Tag 15,37 Prozent – der stärkste Tagesverlust seit 1996 – und Samsung gab 10,7 Prozent ab. Goldman Sachs machte dafür maßgeblich Zwangsverkäufe durch Hebel-ETFs auf Einzelaktien verantwortlich, die in Korea erst im Mai an den Start gegangen waren. Nach eigenen Berechnungen der Bank stammten 62 Prozent der institutionellen Nettoverkäufe an diesem Tag aus der Liquidation solcher Produkte. Die koreanische Finanzaufsicht reagierte bereits am 14. Juli mit einer Verfünffachung der Mindesteinlage für solche Hebelprodukte, von 10 auf 50 Millionen Won.

ASML liefert fundamentale Rückendeckung

Parallel zur technischen Erholung sorgte ASML für positive fundamentale Impulse. Der niederländische Lithografie-Ausrüster meldete am 15. Juli für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54,0 Prozent – beides über den zuvor am Markt erwarteten Werten. Für das dritte Quartal stellte ASML einen Nettoumsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro in Aussicht. Zugleich hob das Unternehmen seine Jahresprognose für 2026 deutlich an, von zuvor 36 bis 40 Milliarden Euro auf nun 43 bis 45 Milliarden Euro Nettoumsatz. CEO Fouquet verwies auf Kunden, die ihre Kapazitätsausweitung beschleunigen. Als Beleg für die technologische Führungsrolle nannte ASML, dass Intel erstmals das High-NA-EUV-Werkzeug für die Massenproduktion der „Panther Lake“-Chips einsetzt. Der Anteil Chinas am Systemumsatz sank im zweiten Quartal auf 14 Prozent, nach 19 Prozent im Vorquartal.

Exportkontrollen als Gegenwind

Nicht alle Nachrichten aus dem Sektor waren positiv. Nvidia strich im Juli mehr als die Hälfte seiner asiatischen Kunden für KI-Chips von der internen Freigabeliste. Grundlage ist eine verschärfte Regel des US-Handelsministeriums vom 31. Mai 2026, die physische Inspektionen in Rechenzentren in Singapur, Malaysia und Japan vorschreibt und Tochtergesellschaften chinesischer Unternehmen ausschließt. Die Maßnahme soll Umgehungen von Exportkontrollen erschweren, nachdem zuvor Schmuggelvorwürfe gegen einzelne Marktteilnehmer laut geworden waren.

Charttechnisches Bild

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF notiert derzeit 3,54 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 97,06 Euro und 48,57 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 67,64 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro, erreicht am 30. Juni 2026, fehlen noch 9,61 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 40,55 Euro vom 23. Juli 2025 beträgt der Abstand hingegen 147,81 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt mit 51,2 in neutralem Terrain, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 63,98 Prozent das Ausmaß der jüngsten Schwankungen im Halbleitersektor unterstreicht.