Der Vanguard FTSE All-World ETF hat sein jährliches Rebalancing abgeschlossen. Dabei gibt es einen prominenten Neuzugang. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX steigt nach seinem Börsengang im Juni direkt in den globalen Leitindex auf. Auch der KI-Infrastrukturanbieter CoreWeave gehört nun zum Portfolio.

Tech-Riesen dominieren das Portfolio

Die Indexanbieter von FTSE Russell haben in diesem Jahr die üblichen Puffergrenzen von ein und drei Prozent gestrichen. Das ermöglicht präzisere Anpassungen an die Marktkapitalisierung. Die Folge: ungewöhnlich viele Umschichtungen bei den über 3.750 Positionen.

Die Neugewichtung zementiert die Macht der Technologiekonzerne. Die zehn größten Positionen machen mittlerweile 24,51 Prozent des gesamten Fondsvermögens aus. Starke Bilanzen treiben diese Entwicklung. Micron Technology meldete zuletzt einen Umsatzsprung auf 41,5 Milliarden US-Dollar.

Anleger honorieren diese Ausrichtung. Der ETF notiert aktuell bei 163,30 Euro. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp unter seinem Rekordhoch von Mitte Juni. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von fast zwölf Prozent auf der Anzeigetafel.

Der strukturelle Vorteil gegenüber MSCI

Das Rebalancing offenbart einen wichtigen Unterschied zur Konkurrenz. MSCI stuft Südkorea weiterhin als Schwellenland ein. Der Anbieter bemängelt Währungsrisiken und Leerverkaufsverbote. FTSE Russell führt den asiatischen Staat hingegen seit 2009 als Industrienation.

Das wirkt sich direkt auf den Vanguard-ETF aus. Südkoreanische Aktien nehmen ein Gewicht von 2,9 Prozent ein. Allein Samsung Electronics steuert rund ein Prozent zum gesamten Fondsvolumen bei. Für global orientierte Investoren bleibt diese Klassifizierung ein entscheidendes Kriterium bei der Indexwahl.

Der thesaurierende Vanguard-ETF verwaltet inzwischen mehr als 41 Milliarden Euro. Um die massiven Umschichtungen kosteneffizient abzuwickeln, nutzt das Management ein physisches Sampling. Der Fonds kauft nicht jeden einzelnen Titel, sondern eine repräsentative Auswahl der liquidesten Papiere. So hält Vanguard den Tracking Error bei extrem niedrigen 0,05 Prozent.