Die VAT Group richtet sich durch eine strategische Akquisition und einen massiven Ausbau der Produktionskapazitäten auf die nächste Generation der Halbleiterfertigung aus. Mit der Übernahme des Spezialisten Atonarp stärkt das Unternehmen seine Position im Bereich der Hochleistungs-Chips, während ein deutlicher Anstieg der Auftragseingänge das Fundament für die kommenden Quartale legt.
Signifikanter Anstieg des Auftragsvolumens
In der ersten Jahreshälfte verzeichnete die VAT Group eine dynamische Belebung des Geschäftsbetriebs. Medienberichten zufolge kletterte der Auftragseingang allein im zweiten Quartal auf 856 Millionen CHF, was einem Zuwachs von 75 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Währungsbereinigt belief sich das Plus bei den Bestellungen sogar auf 91 %. Der Nettoumsatz lag in diesem Zeitraum bei 512 Millionen CHF und erreichte damit das obere Ende der zuvor ausgegebenen Prognosespanne.
Trotz des starken operativen Momentums ging der Nettogewinn im ersten Halbjahr um 6 % auf 99 Millionen CHF zurück. Dies ist unter anderem auf die intensiven Investitionen in Personal und Infrastruktur zurückzuführen.
Zum 30. Juni beschäftigte das Unternehmen 3.959 Vollzeitmitarbeiter, was einem Aufbau von 709 Stellen seit Ende des vergangenen Jahres entspricht. Parallel dazu stieg die Nettoverschuldung leicht auf 282 Millionen CHF an, verglichen mit 262 Millionen CHF im Vorjahr.
Strategischer Zukauf stärkt Position bei Hochleistungs-Chips
Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die am 22. Juli bekannt gegebene Übernahme des Unternehmens Atonarp. VAT erwirbt sämtliche Anteile für einen Barpreis von rund 110 Millionen CHF. Atonarp ist auf Massenspektrometrie-basierte Sensoren spezialisiert, die eine Echtzeit-Überwachung direkt in den Prozesskammern der Halbleiterfertigung ermöglichen.
Diese Technologie ist insbesondere für die Herstellung von Chips mit Strukturen unter zwei Nanometern (Sub-2nm) entscheidend, da sie die Präzision bei der Überwachung chemischer Prozesse deutlich erhöht.
Die Finanzierung der Transaktion erfolgt über ein bilaterales Kreditabkommen in gleicher Höhe. Mit dem Abschluss der Übernahme wird im dritten Quartal gerechnet. An der Börse wird die Entwicklung positiv gewürdigt: Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie einen Wertzuwachs von 68 %.
Gestern schloss das Papier im deutschen Handel bei 698,80 €, womit es derzeit noch 11 % unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert, das am 1. Juli bei 786,80 € markiert wurde.
Kapazitätsausbau und Bestätigung der Jahresziele
Das Marktumfeld für Halbleiter-Fertigungsausrüstung (WFE) bleibt robust. Für die Jahre 2026 und 2027 wird mit weiterem Wachstum der weltweiten Investitionen gerechnet, wobei die globalen WFE-Prognosen für das laufende Jahr ein Plus von etwa 20 % auf 145 Milliarden USD vorsehen. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, investiert VAT massiv in den Standort Malaysia und stärkt seine globale Lieferantenbasis.
Für das dritte Quartal 2026 peilt das Management einen Nettoumsatz zwischen 355 Millionen und 385 Millionen CHF an. Das Unternehmen bestätigte zudem die Gesamtjahresziele, die Steigerungen bei Umsatz, EBITDA und Nettogewinn vorsehen.
Während die Prognosen für das laufende Jahr feststehen, unterzieht VAT die Zielsetzungen für 2027 derzeit einer Überprüfung, um den technologischen Sprüngen in der Branche Rechnung zu tragen. Ergänzend zur industriellen Expansion vertieft das Unternehmen seine regionale Präsenz in der Schweiz und tritt ab der Saison 2026/27 als Naming-Partner der VAT-Arena des Hockey Club Davos auf.
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