Vertiv liefert derzeit eine seltene Mischung: starke Zahlen, hochgezogene Kursziele und eine Aktie, die längst sehr viel Zukunft einpreist. Der Spezialist für Rechenzentrums-Infrastruktur profitiert vom Investitionsboom rund um KI und Hochleistungsrechnen. Besonders gefragt sind Lösungen für Kühlung und Energieversorgung.
Am Freitag schloss die Aktie bei 319,75 Euro, trotz eines kleinen Tagesminus von 0,58 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Plus von 10,93 Prozent.
Die Rally hat Tempo aufgenommen. Der RSI von 79,8 signalisiert eine deutlich überkaufte Lage, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 70,24 Prozent. Das passt zu einem Titel, bei dem operative Fantasie und Bewertungsrisiko eng beieinanderliegen.
Analysten ziehen Kursziele hoch
Mehrere große Häuser haben ihre Einschätzungen zuletzt angehoben. Der gemeinsame Nenner: Vertiv gilt als einer der Gewinner des Trends zu dichteren, energiehungrigeren Rechenzentren.
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- BofA Securities erhöhte das Kursziel am 15. Mai von 370 auf 440 Dollar und blieb bei „Buy“.
- RBC Capital hob das Ziel auf 435 Dollar an und bestätigte „Outperform“.
- Loop Capital startete die Beobachtung mit „Buy“ und einem Kursziel von 500 Dollar.
Der wichtigste Treiber ist das Geschäft mit Thermal Management. KI-Server erzeugen mehr Abwärme als klassische Rechenzentrumsarchitekturen. Damit rückt Flüssigkühlung stärker in den Mittelpunkt. Vertiv will hier nicht nur Komponenten liefern, sondern als Infrastrukturpartner für Hyperscaler auftreten.
Zahlen stützen die Bewertung
Die jüngsten Quartalszahlen liefern Rückenwind. Im ersten Quartal erzielte Vertiv einen Umsatz von 2,65 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 30,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch beim Gewinn überraschte der Konzern positiv. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,17 Dollar und damit klar über der Markterwartung von 1,00 Dollar. Das erklärt, warum die Aktie trotz hoher Bewertung weiter Käufer findet.
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Für das laufende Jahr peilt Vertiv Erlöse von 13,5 bis 14,0 Milliarden Dollar an. Beim Gewinn je Aktie stellt das Management 6,30 bis 6,40 Dollar in Aussicht.
Mini-Tender sorgt für Gegenakzent
Neben der Wachstumsstory gibt es einen ungewöhnlichen Nebenaspekt. Vertiv rät Aktionären, ein unaufgefordertes Mini-Tender-Angebot von Tutanota LLC abzulehnen. Das Angebot zielt auf bis zu 500.000 Aktien zu je 410 Dollar.
Solche Mini-Tender-Angebote liegen unterhalb bestimmter Schwellen und unterliegen oft weniger strengen Schutzmechanismen als größere Übernahmeangebote. Genau darauf verweist das Unternehmen. Der Preis allein erzählt hier also nicht die ganze Geschichte.
Am 19. und 20. Mai folgt die nächste Bewährungsprobe auf einer Analysten- und Investorenkonferenz. Dort dürften die Roadmap für Flüssigkühlung und die Integration von Strategic Thermal Labs im Mittelpunkt stehen. Nach der starken Kursbewegung braucht Vertiv vor allem eines: Hinweise, dass Wachstum und Margen im KI-Rechenzentrumsboom Schritt halten.
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