In zwei Wochen legt Voestalpine die Jahreszahlen vor. Eine frische Analystenvorschau der Deutschen Bank gibt die Messlatte vor: starke Cash-Generierung, deutlicher EBITDA-Anstieg, Kaufempfehlung bestätigt. Die Spannung vor dem 3. Juni steigt.

Analysten erwarten starkes Schlussquartal

Die Deutsche-Bank-Analysten Bastian Synagowitz und Liam Fitzpatrick rechnen für das vierte Quartal 2025/26 mit einem verbesserten EBITDA. Treiber sind die Bereiche Stahl und Metallbau. Das Kursziel bleibt bei 57 Euro, die Einstufung bei „Kaufen“.

Die Gewinnschätzung je Aktie für das ablaufende Geschäftsjahr senkten sie leicht auf 2,19 Euro. Für die beiden Folgejahre sehen sie einen deutlichen Sprung auf 3,87 und 5,62 Euro.

Parallel dazu erwarten sie steigende Dividenden: 0,60 Euro für 2025/26, 0,70 Euro für 2026/27 und 1,00 Euro für 2027/28. Zahlen, die der Markt erst noch bestätigt sehen will.

Bewertung zwischen Rekord und Realität

Der letzte Wiener Schlusskurs von 45,88 Euro liegt 6,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,10 Euro. Mit einem RSI von 69,3 bewegt sich die Aktie im oberen Bereich – angespannt, aber nicht überhitzt. Der 200-Tage-Durchschnitt von 37,60 Euro liegt gut 22 Prozent tiefer. Ein solides Polster nach unten.

Die Analystenprognose von 57 Euro impliziert rund 24 Prozent Aufwärtspotenzial. Ob der Markt diese Fantasie einpreist, hängt von den harten Zahlen ab.

Die operative Basis

In den ersten neun Monaten 2025/26 erzielte Voestalpine einen Free Cashflow von 344,5 Millionen Euro – trotz hoher Investitionen in die greentec-steel-Projekte. Der Cashflow aus Betriebstätigkeit lag bei 1,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen bestätigte im Februar die EBITDA-Spanne von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro für das Gesamtjahr.

Die Nachfrage aus Bahnsystemen, Luftfahrt und Lagertechnik läuft positiv. Die Automobilindustrie bewegt sich auf dem bisherigen Niveau, Bau und Maschinenbau bleiben stabil auf niedrigem Niveau.

Entscheidungstag am 3. Juni

Am 3. Juni veröffentlicht der Gesamtvorstand die Jahreszahlen und den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Entscheidend wird sein, ob das vierte Quartal den starken Cashflow-Trend bestätigt. Und ob die Prognose für 2026/27 die höheren Gewinn- und Dividendenerwartungen der Analysten stützt.

Für Anleger zählt dann nur eins: liefern die operativen Belege, was die Vorschau verspricht?