Volkswagen Aktie: 4,3-Milliarden-Streit vor Gericht

Im Zivilprozess um den Dieselskandal steht die Frage im Fokus, wann VW den Kapitalmarkt informieren musste. Der Streitwert beträgt 4,3 Milliarden Euro.

Volkswagen Aktie
Kurz & knapp:
  • Zeugenaussage eines früheren Audi-Managers
  • Streitwert von 4,3 Milliarden Euro
  • Kläger fordern Schadensersatz seit 2018
  • VW-Aktie unter Druck im Jahresverlauf

Vor dem Oberlandesgericht Braunschweig geht der lange Streit um den Dieselskandal in eine neue Runde. Im Zentrum steht eine Zeugenanhörung, die vor allem eine Frage berührt: Wann musste Volkswagen die Kapitalmärkte über die finanziellen Folgen der Manipulationen informieren?

Für den Konzern und die Porsche SE bleibt das Verfahren heikel. Die Anleger fordern seit Jahren Schadensersatz in Milliardenhöhe, das Gericht beziffert den Streitwert auf rund 4,3 Milliarden Euro. Volkswagen und Porsche SE weisen eine Verletzung ihrer Offenlegungspflichten zurück.

Aussage eines früheren Audi-Managers

Besondere Aufmerksamkeit gilt Wolfgang Hatz. Der frühere Leiter der Motorenentwicklung bei Audi sagte vor dem Zivilsenat, ihm sei keine Kenntnis von einer „Akustikfunktion“ bei Vorstandsmitgliedern von Volkswagen bekannt. An konkrete Besprechungen aus den Jahren 2007 und 2008 könne er sich nach fast 20 Jahren nicht mehr im Detail erinnern.

Er erklärte zugleich, dass er sich an Diskussionen über illegale Vorrichtungen erinnert hätte und es dann einen Aufschrei gegeben hätte. Hatz ist bereits strafrechtlich verurteilt. Das Landgericht München verhängte 2023 wegen Betrugs eine Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe von 400.000 Euro.

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Milliardenrisiko bleibt offen

Die Kläger, darunter die Modellklägerin Deka Investment GmbH, verlangen Entschädigung für Kursverluste seit 2018. Der Vorwurf lautet, Volkswagen habe den Markt zu spät über die finanziellen Auswirkungen der Dieselmanipulationen informiert. Genau daran hängt der Kern des Zivilstreits.

Diese Woche sind in Braunschweig zwei Verhandlungstage angesetzt. Ein Modellurteil, das für etwa 2.000 ruhende Parallelverfahren bindend wäre, ist weiter nicht absehbar. Für die Anleger bleibt das Verfahren damit ein langes Geduldsspiel.

An der Börse sorgt das Thema weiter für Druck. Die Volkswagen-Aktie notiert bei 87,30 Euro und damit 1,04 Prozent unter dem Vortagesschluss. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 17,72 Prozent zu Buche.

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